Wärmebilder sollen Rost an Museumsschiffen früh sichtbar machen
Das Forschungsprojekt NaSchiff erprobt in Bremerhaven thermografische Untersuchungen. Erste Messungen liefen am historischen Walfänger RAU IX.
Forschende in Bremerhaven untersuchen, wie sich Korrosionsschäden an historischen Stahlschiffen früher erkennen lassen. Im Projekt „NaSchiff“ werden dafür thermografische Verfahren erprobt. Erste Messungen fanden im Labor und am historischen Walfänger RAU IX statt.
Die Wärmebildtechnik soll größere Bereiche eines Schiffsrumpfs erfassen. Temperaturunterschiede können Hinweise auf Schäden im Material liefern. Das Verfahren könnte bestehende zerstörungsfreie Prüfungen wie Ultraschallmessungen ergänzen.
Schäden früher erkennen
Bislang wird das Ausmaß von Korrosion häufig erst während eines Werftaufenthalts sichtbar. Dadurch lassen sich notwendige Reparaturen und deren Kosten nur schwer im Voraus einschätzen. Unerwartete Schäden können die Sanierung verteuern. Zudem besteht die Gefahr, dass historische Originalteile verloren gehen.
NaSchiff soll deshalb Möglichkeiten schaffen, den Zustand alter Stahlrümpfe großflächig zu untersuchen. Betreiber von Museumsschiffen könnten Reparaturen dadurch verlässlicher vorbereiten. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum entwickelt das Verfahren gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt läuft seit Oktober 2025.
Ergebnisse am Walfänger
Bei einem Workshop am 29. Juni 2026 stellten Projektleiter Nils Theinert und Andree Irretier vom Institut für Werkstofforientierte Technologien den bisherigen Stand vor. Fachleute aus Werkstoffprüfung, Denkmalpflege, Restaurierung und Museumspraxis berieten über die Messergebnisse und mögliche Verbesserungen der Technik.
Beteiligt waren unter anderem Fachleute des Bundesamts für Materialforschung und -prüfung, des Bremer Instituts für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege. Die Ergebnisse der Beratungen sollen nun in die weiteren Arbeiten des Forschungsprojekts einfließen.
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Deutsches SchifffahrtsmuseumKommentare
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