Historische Weserlastkähne werden digital erfasst
Mehr als 400 Holzteile zweier Lastkähne aus dem 17. Jahrhundert werden in Vechta gescannt und untersucht. Ein Schiff soll später im Bremerhavener Scharoun-Bau zu sehen sein.
Zwei historische Weserlastkähne aus dem Bestand des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) werden derzeit in Vechta umfassend dokumentiert. Mehr als 400 hölzerne Bauteile sollen dort hochauflösend vermessen und wissenschaftlich untersucht werden. Die Schiffe stammen aus dem 17. Jahrhundert.
Für das Projekt verließen die Funde nach 19 Jahren das Depot des Bremerhavener Museums. Forschende hatten die einzelnen Komponenten im Juli über mehrere Tage markiert, fotografiert, verpackt und anschließend zu einem Fachbetrieb nach Vechta bringen lassen.
Scans und Materialproben
Nach dem Transport kamen die Hölzer zunächst in vorbereitete Frischwasserbecken. Diese Lagerung soll ihren Zustand bis zur weiteren Bearbeitung sichern. Inzwischen ist das Dokumentationslabor eingerichtet. Vor der Erfassung mit einem Streifenlichtscanner werden die Bauteile gereinigt, damit auch feine Spuren sichtbar werden.
Parallel entnimmt das Forschungsteam Proben von Abdichtungen, möglichen Farbresten und weiteren Materialien. Daraus erhoffen sich die Fachleute Erkenntnisse über Bauweise und wirtschaftliche Nutzung der Schiffe. Ablagerungen zwischen den Bauteilen könnten Hinweise auf frühere Ladungen liefern.
Auch die Jahresringe der verwendeten Hölzer werden untersucht. Sie können Aufschluss über das Alter der Kähne, ihre Nutzungsdauer und die Herkunft der Bäume geben. Die detaillierte Erfassung unter Leitung des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung soll bis zum Jahresende dauern.
Ausstellung in Bremerhaven
Die beiden Lastkähne wurden in der Weser entdeckt, nur eine kurze Strecke flussaufwärts vom Fundort der Bremer Kogge. Nach Abschluss der Untersuchungen sollen die Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden. Perspektivisch ist vorgesehen, einen der Kähne im renovierten Scharoun-Bau des DSM in Bremerhaven auszustellen.
An dem Projekt sind neben dem Museum Fachleute aus Niedersachsen, Bremen und vom University College Dublin beteiligt. Finanziert wird es durch die Kulturstiftung der Länder sowie die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.
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Deutsches SchifffahrtsmuseumKommentare
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