Wärmebilder sollen Rost an historischen Schiffen früh sichtbar machen

Ein Forschungsprojekt in Bremerhaven erprobt Thermografie am Walfänger RAU IX. Korrosionsschäden sollen dadurch früher erkannt werden.

Kultur 27. Oktober 2026, 07:38 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven erprobt ein neues Verfahren, um Korrosion an historischen Stahlschiffen frühzeitig zu erkennen. Im Forschungsprojekt „NaSchiff“ untersuchen Fachleute, ob sich Schäden an Schiffsrümpfen großflächig mit Thermografie aufspüren lassen. Dabei werden Temperaturunterschiede an Oberflächen sichtbar gemacht.

Erste Messungen fanden im Labor und am historischen Walfänger RAU IX statt. Das Schiff dient dem Projekt als praktisches Untersuchungsobjekt. Am 29. Juni 2026 berieten Fachleute aus Materialprüfung, Denkmalpflege und Museumsarbeit über die bisherigen Ergebnisse und die weitere Entwicklung der Methode.

Schäden früher erkennen

Korrosion an Museumsschiffen wird nach Angaben des DSM bislang häufig erst während eines Aufenthalts in der Werft vollständig sichtbar. Der Umfang notwendiger Reparaturen und deren Kosten lassen sich deshalb im Vorfeld nur schwer abschätzen. Unentdeckte Schäden können zudem den Erhalt historischer Bauteile gefährden.

Die Thermografie soll vorhandene Prüfverfahren nicht ersetzen. Nach Einschätzung der Beteiligten könnte sie Methoden wie Ultraschalluntersuchungen ergänzen. Ziel ist es, größere Bereiche eines Rumpfes zu kontrollieren und Sanierungen verlässlicher zu planen.

Mehrere Institute beteiligt

Das DSM entwickelt das Verfahren gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien in Bremen. Das von der DBU geförderte Projekt läuft seit Oktober 2025. Am Workshop beteiligten sich außerdem Fachleute des Bundesamts für Materialforschung und -prüfung, des Bremer Instituts für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege.

Die Ergebnisse der Beratungen sollen nun in die nächsten Versuche einfließen. Noch befindet sich das Verfahren in der Erprobung.

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