Wärmebilder sollen Rost an historischen Schiffen früh aufspüren

Ein Bremerhavener Forschungsprojekt erprobt an der RAU IX, wie sich Korrosionsschäden an alten Stahlrümpfen ohne Eingriff erkennen lassen.

Kultur 19. Oktober 2026, 08:37 Uhr 1 Min. Lesezeit 3 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Forschende in Bremerhaven untersuchen, wie sich verborgene Korrosionsschäden an historischen Stahlschiffen frühzeitig erkennen lassen. Das Projekt „NaSchiff“ erprobt dafür thermografische Verfahren am ehemaligen Walfänger RAU IX. Wärmebilder sollen Hinweise auf Schäden liefern, ohne den Rumpf zu beschädigen.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) arbeitet bei dem Vorhaben mit dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien zusammen. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt läuft seit Oktober 2025.

Schäden früher erkennen

Korrosion bleibt bei Museumsschiffen nach Angaben des DSM häufig bis zum nächsten Werftaufenthalt unentdeckt. Umfang und Kosten einer Sanierung lassen sich deshalb nur schwer vorhersagen. Unerwartete Schäden können den Aufwand erhöhen und dazu führen, dass historische Bauteile verloren gehen.

Thermografie macht Temperaturunterschiede an einer Oberfläche sichtbar. Die Forschenden wollen prüfen, ob sich damit größere Bereiche eines Schiffsrumpfs untersuchen lassen. Das Verfahren soll etablierte zerstörungsfreie Methoden wie Ultraschallmessungen nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Erste Tests an RAU IX

Bei einem Workshop am 29. Juni 2026 stellten die Projektbeteiligten erste Ergebnisse aus Laborversuchen und Messungen an der RAU IX vor. Fachleute aus Werkstoffprüfung, Restaurierung, Denkmalpflege und Museumsarbeit berieten anschließend über die weitere Entwicklung und mögliche Anwendungen der Technik.

Beteiligt waren unter anderem das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung, das Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft sowie Hochschulen und Einrichtungen der Denkmalpflege. Die Ergebnisse des Austauschs sollen nun in die nächsten Arbeitsschritte einfließen. Angaben zu einem Zeitpunkt für den Abschluss des Projekts oder einen regulären Einsatz des Verfahrens machte das Museum nicht.

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