Bremer Kogge wird regelmäßig an mehr als 400 Punkten vermessen
Das Schifffahrtsmuseum kontrolliert seine Kogge mit Photogrammetrie. Auch ein Rettungsboot für die ab 2032 geplante Dauerausstellung wird vorbereitet.
Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven überwacht den Zustand der Bremer Kogge mit regelmäßigen Messungen. Alle sechs Monate erfasst eine Vermessungsingenieurin der Jade Hochschule das rund 20 Meter lange Wrack aus dem 14. Jahrhundert. Die bisherigen Untersuchungen an mehr als 400 Punkten zeigen nach Angaben des Museums, dass das Schiff seine Form behält.
Zusätzlich legt Restauratorin Silke Wiedmann Seidenpapier unter ausgewählte Bereiche. Holzpartikel auf dem hellen Untergrund könnten auf Veränderungen hindeuten. Die Kombination aus einfacher Sichtkontrolle und Photogrammetrie soll Bewegungen früh erkennbar machen. Bei der Photogrammetrie entsteht aus zahlreichen Aufnahmen ein präzises räumliches Modell.
Bewahren mit wenig Eingriff
Wiedmann betreut neben der Kogge rund 60.000 Museumsobjekte und 380.000 Archivalien. Ein großer Teil davon befindet sich im Forschungsdepot. Zu ihren Aufgaben gehören geeignete klimatische Bedingungen sowie der Schutz vor Licht und Schädlingen. Auch regelmäßiges Entstauben soll Schäden verhindern.
Bei beschädigten Stücken gilt der Grundsatz, möglichst wenig in das ursprüngliche Material einzugreifen. Eine zerbrochene historische Opiumpfeife setzte Wiedmann aus zahlreichen Einzelteilen zusammen. Dafür verwendete sie schließlich Acrylharz. Bei einer Heizerfahne aus dem späten 19. Jahrhundert waren der brüchige Stoff und Spuren früherer Restaurierungen problematisch. Das Exponat wird deshalb in der Ausstellung „Schiffswelten“ in einem Lichtschutzkasten gezeigt.
Rettungsboot für 2032
Derzeit arbeitet die angehende Restauratorin und ausgebildete Bootsbauerin Lea Künzel am Segelrettungsboot „Geheimrat Heinrich Gerlach“. Sie prüft, welche Lösungsmittel genutzt werden können, ohne die ursprüngliche Beschichtung anzugreifen.
Das 1913 gebaute Boot ist zehn Meter lang und wiegt knapp sieben Tonnen. Es soll Teil einer neuen Dauerausstellung zur Seenotrettung im Scharoun-Bau werden. Deren Eröffnung ist für 2032 vorgesehen. Die konservatorische Vorbereitung der Exponate hat bereits begonnen.
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