Wie Hightech die Bremerhavener Kogge in Form hält

Mehr als 400 Messpunkte und einfache Papierkontrollen zeigen, ob sich die Bremer Kogge bewegt. Das Schifffahrtsmuseum gewährt Einblick in seine Restaurierung.

Kultur 08. Oktober 2026, 17:52 Uhr 1 Min. Lesezeit 3 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto)
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto) | Foto: Uwe H. Friese / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven überwacht die Bremer Kogge mit moderner Messtechnik und einfachen Kontrollen. Anlass für den Einblick in diese Arbeit ist der Europäische Tag der Restaurierung am 18. Oktober. Restauratorin Silke Wiedmann prüft unter anderem, ob das rund 20 Meter lange Wrack seine Form behält.

Dafür legt sie Seidenpapier unter ausgewählte Bereiche. Holzpartikel auf dem hellen Untergrund könnten auf Veränderungen hindeuten. Zusätzlich erfasst eine Vermessungsingenieurin der Jade Hochschule das Schiff alle sechs Monate mittels Photogrammetrie. Bei diesem Verfahren entsteht aus zahlreichen Aufnahmen ein präzises räumliches Modell. Die etwa sechsstündigen Untersuchungen an mehr als 400 Messpunkten zeigten bislang keine Bewegung.

Schutz vor Licht und Schädlingen

Wiedmann betreut neben der Kogge rund 60.000 Museumsobjekte und etwa 380.000 Archivalien. Viele davon befinden sich im Forschungsdepot. Zur vorbeugenden Konservierung gehören passende klimatische Bedingungen, Schutz vor Licht und Schädlingen sowie das regelmäßige Entfernen von Staub. Eingriffe in die ursprüngliche Substanz sollen möglichst gering bleiben.

Wie unterschiedlich die Anforderungen sind, zeigen zwei frühere Arbeiten. Eine zerbrochene Opiumpfeife wurde aus zahlreichen Teilen mit Acrylharz zusammengesetzt. Bei einer Heizerfahne aus dem späten 19. Jahrhundert waren der brüchige Stoff und Spuren älterer Restaurierungen zu berücksichtigen. Nach Beratung durch Fachrestauratorinnen erhielt die Fahne einen besonderen Lichtschutzkasten.

Rettungsboot für 2032

Aktuell arbeitet die Restaurierungsstudentin und ausgebildete Bootsbauerin Lea Künzel im Museum am Segelrettungsboot „Geheimrat Heinrich Gerlach“. Sie erprobt Lösungsmittel, welche die ursprüngliche Beschichtung nicht angreifen. Das 1913 gebaute Boot ist zehn Meter lang und wiegt knapp sieben Tonnen.

Es soll Teil einer neuen Dauerausstellung zur Seenotrettung im Scharoun-Bau werden. Deren Eröffnung ist für 2032 geplant. Die langjährige Vorbereitung soll gewährleisten, dass das große Depotobjekt konserviert und ausstellungsfähig ist.

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