Bremer Weserlastkähne werden erstmals hochauflösend in 3D erfasst
Mehr als 400 Holzteile historischer Weserlastkähne werden in Vechta vermessen und untersucht. Einer der Kähne soll später in Bremerhaven ausgestellt werden.
Zwei Bremer Weserlastkähne aus dem 17. Jahrhundert werden erstmals umfassend digital dokumentiert. Dafür hat das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven mehr als 400 erhaltene Holzkomponenten nach Vechta bringen lassen. Dort haben die hochauflösende 3D-Vermessung und weitere Untersuchungen begonnen.
Die Schiffsteile lagerten zuvor 19 Jahre im Depot des Museums. Fachleute markierten, inventarisierten und fotografierten jedes Bauteil, bevor es einzeln verpackt und transportiert wurde. In Vechta kamen die Hölzer zunächst in vorbereitete Frischwasserbecken, um sie bis zur Bearbeitung unter geeigneten Bedingungen zu erhalten.
Spuren im Holz
Vor der Vermessung mit einem Streifenlichtscanner werden die Komponenten gereinigt. Das Gerät erfasst ihre Oberflächen und Formen berührungslos. Aus den Messdaten sollen präzise dreidimensionale Modelle entstehen.
Parallel nehmen die Forschenden Proben von Abdichtungen, möglichen Farbresten und weiteren erhaltenen Materialien. Ablagerungen zwischen den Bauteilen könnten Hinweise auf frühere Ladungen geben. Die Jahresringe der Bauhölzer sollen Erkenntnisse über Alter und Herkunft der Bäume sowie über die Nutzungsdauer der Schiffe liefern.
Ausstellung in Bremerhaven
Die Erfassung unter Leitung des Schiffsarchäologen Mike Belasus soll bis Ende 2026 laufen. Anschließend werden die digitalen und naturwissenschaftlichen Ergebnisse fachübergreifend ausgewertet und öffentlich vorgestellt.
Die Lastkähne wurden in der Weser entdeckt, nur eine kurze Strecke flussaufwärts vom Fundort der Bremer Kogge. Perspektivisch soll einer der beiden Kähne im renovierten Scharoun-Bau des DSM in Bremerhaven gezeigt werden. An dem Projekt sind neben dem Museum unter anderem das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, Denkmal3D, das University College Dublin und die Landesarchäologie Bremen beteiligt.
Orte
Originalquelle
Deutsches SchifffahrtsmuseumKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.