Hightech schützt Bremer Kogge vor unsichtbaren Schäden

Das Schifffahrtsmuseum kontrolliert die Bremer Kogge regelmäßig millimetergenau. Auch ein Seenotrettungsboot wird bereits für die Ausstellung ab 2032 vorbereitet.

Kultur 16. Oktober 2026, 08:49 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto)
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto) | Foto: Uwe H. Friese / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Bremer Kogge im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) wird alle sechs Monate auf mögliche Verformungen untersucht. Eine Vermessungsingenieurin der Jade Hochschule erfasst das rund 20 Meter lange Wrack aus dem 14. Jahrhundert dafür per Photogrammetrie. Bei diesem Verfahren entsteht aus zahlreichen Aufnahmen ein präzises digitales Modell.

Die bislang etwa sechsstündigen Messungen an mehr als 400 Punkten zeigten nach Angaben des Museums keine Bewegung. Restauratorin Silke Wiedmann kontrolliert das Holz zusätzlich mit Seidenpapier. Herabfallende Partikel würden auf Veränderungen hinweisen.

Bewahren mit wenig Eingriffen

Anlässlich des Europäischen Tags der Restaurierung am 18. Oktober gibt das DSM Einblick in diese Arbeit. Wiedmann betreut neben der Kogge rund 60.000 Museumsobjekte und 380.000 Archivalien. Ein großer Teil davon befindet sich im Forschungsdepot.

Zur vorbeugenden Konservierung gehören passende klimatische Bedingungen sowie der Schutz vor Licht, Schädlingen und Staub. Grundsätzlich soll möglichst wenig in die historische Substanz eingegriffen werden. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Material und vom Zustand eines Objekts ab.

So wurde eine zerlegte historische Opiumpfeife mit Acrylharz zusammengesetzt. Eine brüchige Heizerfahne aus dem späten 19. Jahrhundert erhielt dagegen einen besonderen Lichtschutzkasten. An ihrer Behandlung waren auch Fachrestauratorinnen für Textilien und Gemälde beteiligt.

Vorbereitung für 2032

Derzeit arbeitet Praktikantin Lea Künzel am Segelrettungsboot Geheimrat Heinrich Gerlach. Die ausgebildete Bootsbauerin testet Lösungsmittel, die dessen ursprüngliche Beschichtung nicht beschädigen. Das 1913 gebaute Boot ist zehn Meter lang, wiegt knapp sieben Tonnen und gehört zu den größten Objekten im Depot.

Es soll Teil einer neuen Dauerausstellung zur Seenotrettung im Scharoun-Bau werden. Deren Eröffnung ist für 2032 vorgesehen. Die konservatorischen Vorbereitungen dafür laufen bereits.

Orte

Bremerhaven

Teilen

Kommentare

Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.

Den ersten Kommentar schreiben

Mit dem Absenden werden Name, Kommentar und Zeitpunkt öffentlich angezeigt. E-Mail-Adresse und IP-Adresse bleiben intern; die IP-Adresse wird nach 30 Tagen gelöscht.

Verwandte Artikel

Impressum · Datenschutz