Bremer Aktionswochen erinnern an Pogrome und Deportationen
Kirchen und Initiativen bieten im November Lesungen, Rundgänge, Andachten und Vorträge gegen Antisemitismus an.
Mit Lesungen, Gedenkveranstaltungen und Vorträgen beteiligt sich die Bremische Evangelische Kirche im November an den Aktionswochen „Schalom Bremen“. Das Programm erinnert an die nationalsozialistische Verfolgung jüdischer Menschen und befasst sich mit heutigen Formen des Antisemitismus.
Den Auftakt bildet am 1. November „Rachel erzählt“ in der Kulturkirche St. Stephani. Die Geschichte schildert aus der Perspektive eines jüdischen Mädchens das Leben in Bremen im Jahr 1941 und die Deportation nach Minsk. Dazu gibt es Klaviermusik, Bilder und historische Dokumente.
Erinnerung an Pogromnacht
Am 8. November können Interessierte von 15 bis 17 Uhr bei einem Rundgang Stolpersteine im Umfeld der Evangelischen Studierendengemeinde reinigen. Kornelia Renemann vom Initiativkreis Stolpersteine erläutert die Lebensgeschichten der Menschen, an die sie erinnern. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Eine Andacht beginnt am 9. November um 13 Uhr im forum Kirche, Hollerallee 75. Das Gebäude diente 1938 als nordwestdeutsche SA-Zentrale. Von dort gingen Befehle zur Gewalt gegen jüdische Menschen und zur Zerstörung ihrer Geschäfte aus. Um 17 Uhr erinnert eine weitere Veranstaltung auf dem Jacob-Wolff-Platz in Alt-Aumund an die dort zerstörte Synagoge.
Vorträge und Gedenken
Hermann Kuhn von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen spricht am 11. November um 19.30 Uhr in St. Martini Lesum über Geschichte, Ursachen und Erscheinungsformen des Antisemitismus. Am 13. November berichtet Uta Halle um 18 Uhr in der Nikolaikirche Oslebshausen über Zwangslager im Bremer Westen.
Im St. Petri Dom folgen am 15. November ein Gottesdienst sowie ein Vortrag mit Diskussion mit Christian Staffa, dem scheidenden Antisemitismusbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland. Vor St. Stephani wird am 18. November um 10 Uhr ein Stolperstein für die Familie Ernst Moritz Abraham verlegt, die vor 85 Jahren nach Minsk deportiert wurde.
Die Kirche verbindet das Programm mit einer kritischen Auseinandersetzung mit antijüdischen Traditionen des Christentums. Pastorin Sabine Groen erklärte, daraus erwachse die Verantwortung, Antisemitismus entgegenzutreten und Begegnungen mit jüdischem Leben in Bremen zu fördern.
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