Bremerhaven erinnert an die Opfer der Novemberpogrome
Eine öffentliche Gedenkveranstaltung in Bremerhaven widmet sich den Novemberpogromen von 1938 und heutigen antisemitischen Erfahrungen.
Bremerhaven erinnert mit einer öffentlichen Veranstaltung an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938. Im Mittelpunkt steht eine Rede von Furkan Yüksel, Referent an der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Unter dem Titel „Antisemitische Erfahrungen heute“ spricht er über gegenwärtigen Antisemitismus.
Veranstalter ist das Kulturamt Bremerhaven. Angaben zu Zeit und genauer Adresse gehen aus der Ankündigung nicht hervor.
Gebet und Kranzniederlegung
Nach der Rede wird Jochen Sieper, Zweiter Vorsitzender der liberalen jüdischen Gemeinde Menorah Bremen/Bremerhaven, das Kaddisch sprechen. Das jüdische Gebet wird unter anderem im Gedenken an Verstorbene gesprochen. Eine gemeinsame Kranzniederlegung bildet den Abschluss der Veranstaltung.
Gewalt im November 1938
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und in den Tagen danach griffen Nationalsozialisten und ihre Unterstützer jüdische Menschen, Synagogen und Geschäfte an. Die Pogrome gelten als entscheidende Verschärfung der staatlich organisierten Verfolgung, die später in die systematische Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden mündete.
Nach den Angaben in der Veranstaltungsankündigung wurden damals deutschlandweit 91 jüdische Menschen getötet und rund 30.000 festgenommen. Zudem seien 280 Synagogen sowie zahlreiche Geschäfte niedergebrannt oder zerstört worden. Mit der Gedenkveranstaltung verbindet das Kulturamt die Erinnerung an die Opfer mit einem Blick auf antisemitische Erfahrungen in der Gegenwart.
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