Wärmebilder sollen Rost an Museumsschiffen früh sichtbar machen

Das Bremerhavener Forschungsprojekt NaSchiff erprobt thermografische Verfahren am historischen Walfänger RAU IX.

Kultur 04. November 2026, 15:41 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Korrosionsschäden an historischen Stahlschiffen sollen künftig früher und großflächiger erkannt werden. Daran arbeitet das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT). Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt NaSchiff läuft seit Oktober 2025.

Erprobt werden thermografische Verfahren. Dabei werden Temperaturunterschiede an Oberflächen erfasst, um Hinweise auf Schäden im Material zu finden. Als Demonstrationsobjekt dient der historische Walfänger RAU IX. Erste Messungen fanden sowohl im Labor als auch an dem Museumsschiff statt.

Schäden früher erkennen

Bei historischen Schiffen zeigen sich Korrosionsschäden bislang häufig erst während eines Werftaufenthalts. Der Umfang notwendiger Arbeiten und die Kosten lassen sich deshalb nur schwer im Voraus kalkulieren. Unerwartete Befunde können Sanierungen verteuern und dazu führen, dass historische Originalteile verloren gehen.

Die Thermografie soll eine Untersuchung größerer Bereiche des Schiffsrumpfs ermöglichen. Sie könnte bestehende zerstörungsfreie Prüfmethoden wie Ultraschallmessungen ergänzen. Ultraschall wird eingesetzt, um Materialstärken und mögliche Schäden zu prüfen, ohne Bauteile zu öffnen oder zu beschädigen.

Ergebnisse werden ausgewertet

Bei einem Fachworkshop am 29. Juni 2026 stellten Projektleiter Nils Theinert vom DSM und Andree Irretier vom IWT den Stand der Arbeiten sowie erste Messergebnisse vor. Fachleute aus Werkstoffprüfung, Denkmalpflege, Restaurierung und Museumspraxis berieten über mögliche Verbesserungen und Anwendungen des Verfahrens.

Beteiligt waren unter anderem Fachleute des Bundesamts für Materialforschung und -prüfung, des Bremer Instituts für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege. Die Ergebnisse der Beratungen sollen in die nächsten Arbeitsschritte des Projekts einfließen.

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Bremerhaven

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