Tarifstreit im Norden: IG Metall erhöht in Oldenburg den Druck
In Oldenburg läuft die zweite Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld. Ab November sind Warnstreiks möglich.
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag in Oldenburg für höhere Entgelte und den Erhalt von Arbeitsplätzen demonstriert. Der Zug führte vom Schlossplatz zum Europaplatz. Dort kamen die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall zur zweiten Verhandlungsrunde zusammen.
Der Tarifstreit betrifft rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen. Die erste Gesprächsrunde am 8. Oktober war ohne Annäherung beendet worden.
Fünf Prozent gefordert
Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Entgelt und eine entsprechende Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Der Tarifvertrag soll zwölf Monate laufen. Für niedrigere Entgeltgruppen, Auszubildende und dual Studierende fordert sie darüber hinaus eine zusätzliche soziale Komponente.
Außerdem strebt die IG Metall Vereinbarungen zur langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen und Industriestandorten an. Beschäftigte wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmen sollen nach Vorstellung der Gewerkschaft tariflich an den Gewinnen beteiligt werden.
Warnstreiks ab November möglich
Nordmetall hatte die Lohnforderung in der ersten Runde als zu hoch zurückgewiesen, aber kein eigenes Angebot vorgelegt. Der Arbeitgeberverband verweist auf hohe Arbeitskosten, internationalen Wettbewerbsdruck und die angespannte Lage der Branche. Die IG Metall hält dem entgegen, dass ein Teil der Betriebe weiterhin wirtschaftlich erfolgreich sei.
Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Bleibt eine Einigung aus, kann die Gewerkschaft anschließend zu Warnstreiks aufrufen. Bundesweit geht es in der Tarifrunde um die Arbeitsbedingungen von rund 3,7 Millionen Beschäftigten. Parallel zu den Gesprächen in Oldenburg liefen am Dienstag auch in mehreren anderen Tarifgebieten Verhandlungen.
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