IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei Volkswagen
Für 130.000 VW-Beschäftigte beginnt eine schwierige Tarifrunde. Ab Januar sind Warnstreiks möglich. Zugleich verlangt die IG Metall Zusagen für die deutschen Werke.
Die IG Metall geht mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Geld in die Tarifrunde bei Volkswagen. Der Haustarifvertrag betrifft nach Angaben der Gewerkschaft rund 130.000 Beschäftigte an neun deutschen Standorten. Die Erhöhung soll auch für Auszubildende gelten und durch eine zusätzliche Entlastung für untere Entgeltgruppen ergänzt werden.
Vorgesehen ist eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die Tarifkommission beschloss die Forderung einstimmig. Ein Termin für die erste Verhandlung mit Volkswagen steht noch nicht fest.
Warnstreiks ab Januar
Der Haustarifvertrag endet am 31. Dezember. Mit dem Auslaufen der Friedenspflicht können Beschäftigte ab dem 1. Januar zu Warnstreiks aufgerufen werden. Ob es dazu kommt, hängt laut IG Metall vom Verlauf der Gespräche ab.
Der Tarifvertrag gilt für VW-Beschäftigte in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau. Die letzte Entgelterhöhung gab es nach Angaben des Betriebsrats im Mai 2024. Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretung verweisen seitdem auf gestiegene Lebenshaltungskosten.
Werke ebenfalls Thema
Neben der Bezahlung will die IG Metall über die langfristige Zukunft der deutschen Standorte verhandeln. Dabei geht es um verbindliche Perspektiven über das Jahr 2030 hinaus. Als unsicher gilt derzeit unter anderem die Zukunft der Werke in Emden, Hannover und Zwickau.
Bei der Tarifrunde 2024 hatten Warnstreiks zeitweise die Produktion unterbrochen. Der damalige Kompromiss sieht vor, bis 2030 rund 35.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Im Gegenzug sagte Volkswagen den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sowie Investitionen in deutsche Standorte zu. Zugleich wurden Zulagen und Bonuszahlungen gekürzt und Entgelterhöhungen ausgesetzt.
Weitere Einschnitte geplant
Der Konzern plant inzwischen den Abbau weiterer 50.000 Stellen weltweit, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Wie viele Arbeitsplätze davon unmittelbar bei Volkswagen und nicht bei anderen Konzernmarken betroffen wären, ist bislang offen. Die Maßnahmen müssen noch mit den Arbeitnehmervertretungen ausgehandelt werden.
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