IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei Volkswagen

Für rund 130.000 VW-Beschäftigte verlangt die IG Metall höhere Entgelte. Ab Januar sind Warnstreiks möglich, auch die Zukunft deutscher Werke soll Thema werden.

Panorama 22. September 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
IG Metall (Logo)
IG Metall (Logo) | Foto: Gaspard / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Die IG Metall geht mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Geld in die Tarifrunde bei Volkswagen. Die Tarifkommission beschloss die Forderung einstimmig. Sie gilt auch für Auszubildende. Für die unteren Entgeltgruppen verlangt die Gewerkschaft zudem eine zusätzliche soziale Komponente. Der neue Tarifvertrag soll zwölf Monate laufen.

Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft rund 130.000 Beschäftigte an den Standorten Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau. Der Haustarifvertrag zählt damit zu den größten Firmentarifverträgen Deutschlands.

Warnstreiks ab Januar

Der geltende Tarifvertrag ist zum 31. Dezember gekündigt. Mit dem Ende der Friedenspflicht am 1. Januar wären Warnstreiks möglich. Ob es dazu kommt, hängt laut IG Metall vom Verlauf der Gespräche ab. Ein erster Verhandlungstermin mit Volkswagen steht noch nicht fest.

Verhandlungsführer Thorsten Gröger rechnet mit einer härteren Auseinandersetzung als 2024. Damals legten Warnstreiks mehrfach die Produktion lahm. Kurz vor Weihnachten einigten sich Konzern und Arbeitnehmerseite nach langen Verhandlungen auf einen Kompromiss.

Standorte im Fokus

Die Vereinbarung sieht bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland vor. Zudem wurden Zulagen und Bonuszahlungen gekürzt sowie Entgelterhöhungen ausgesetzt. Im Gegenzug sagte Volkswagen zu, auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen zu verzichten. Außerdem wurden Investitionen und neue Produkte für deutsche Standorte vereinbart.

Angesichts weiterer Sparpläne sieht die IG Metall diese Zusagen gefährdet. Der Konzern will weltweit zusätzlich 50.000 Stellen abbauen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Die genaue Verteilung ist noch offen und muss mit den Arbeitnehmervertretungen verhandelt werden. Ungeklärt ist außerdem die langfristige Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm.

Die Gewerkschaft will deshalb nicht nur über Entgelte sprechen, sondern auch verbindliche Perspektiven für sämtliche Werke über das Jahr 2030 hinaus erreichen.

Originalquelle

Nordsee-Zeitung

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