Metall-Tarifrunde in Bremen endet ohne Einigung
IG Metall und Nordmetall bleiben weit auseinander. Mehr als 42.000 Beschäftigte beteiligten sich bislang an Warnstreiks.
Die dritte Tarifrunde für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie ist am Freitag in Bremen ohne Ergebnis geblieben. IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall beendeten das rund 90-minütige Gespräch, ohne einen neuen Verhandlungstermin zu vereinbaren.
Betroffen sind etwa 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Hinzukommen sollen Verbesserungen für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und dual Studierende sowie verbindliche Zusagen für Investitionen, Arbeitsplätze und Ausbildung.
Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent
Nordmetall bietet zunächst acht Monate ohne Entgelterhöhung an. Im Juli 2027 soll eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts folgen. Ab Juli 2028 ist eine dauerhafte Erhöhung der Entgelttabellen um 1,3 Prozent vorgesehen. Die Laufzeit soll bis Ende 2028 reichen.
Die Arbeitgeber begründen ihr Angebot mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele forderte eine baldige Fortsetzung der Gespräche und ein Ende der Arbeitsniederlegungen. Diese verursachten zusätzliche Kosten. Die Gewerkschaft lehnt pauschale Lohnverzichte zur Kostensenkung ab.
4.000 Streikende in Bremen
Seit Beginn der Warnstreiks beteiligten sich nach Angaben der IG Metall mehr als 42.000 Beschäftigte in Norddeutschland. Am Freitag kamen rund 6.000 hinzu. Darunter waren etwa 4.000 Beschäftigte aus 27 Bremer Industriebetrieben, die in zwei Demonstrationszügen zum Verhandlungsort zogen.
Auch im nordwestlichen Niedersachsen wurde gestreikt. Bei Airbus Aerostructures in Nordenham beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag 1.860 Menschen, bei einer Kundgebung in Wilhelmshaven weitere 600. Aktionen gab es zudem unter anderem bei der Meyer Werft in Papenburg und bei Siemens Gamesa in Cuxhaven. Die IG Metall will nun in ihrer Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten.
Orte
- Demonstrationszüge zum Verhandlungsort, Bremen
- Streik bei Airbus Aerostructures, Nordenham
- Kundgebung, Wilhelmshaven
- Aktion bei Siemens Gamesa, Cuxhaven
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