Machtkampf in Oldenburg: Christoph Baak verlässt die CDU
Nach seiner Abwahl als Fraktionschef zieht Christoph Baak Konsequenzen. Er verlässt die Oldenburger CDU und sitzt künftig zunächst fraktionslos im Rat.
Der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Baak hat die Oldenburger Ratsfraktion mit sofortiger Wirkung verlassen und seinen Austritt aus der Partei angekündigt. Der 60-Jährige will bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 1. November fraktionslos bleiben. Auch danach möchte er diesen Status zunächst beibehalten und unter dem Namen „OBM – Oldenburgs Bürgerliche Mitte“ auftreten.
Auslöser ist eine Kampfabstimmung in der auf sieben Mitglieder geschrumpften CDU-Fraktion. Der CDU-Kreisvorsitzende Niklas Howad setzte sich mit sechs zu einer Stimme gegen Baak durch und übernimmt den Fraktionsvorsitz. Baak hatte angeboten, die Fraktion noch während der ersten Hälfte der fünfjährigen Wahlperiode zu führen und das Amt anschließend abzugeben.
Streit über politischen Kurs
Baak begründete seinen Rückzug auch mit inhaltlichen Differenzen. Er erwartet unter Howad eine stärkere Annäherung an die Grünen, die er nicht mittragen wolle. Hintergrund ist unter anderem die Entscheidung der CDU, bei der Oberbürgermeisterwahl auf einen eigenen Bewerber zu verzichten und den parteilosen, auch von den Grünen unterstützten Jascha Rohr mitzutragen.
Bei der Ratswahl am 13. September hatte Baak 1325 Stimmen erzielt und damit das zweitbeste persönliche Ergebnis innerhalb der CDU erreicht. Howad zog mit 637 Stimmen in den Rat ein. Die CDU verlor insgesamt zwei ihrer zuvor neun Mandate.
Steiler politischer Aufstieg
Baak war 2014 als damals parteiloser Kandidat der CDU zur Oberbürgermeisterwahl angetreten. Später trat er der Partei bei und übernahm mehrere Führungsaufgaben. 2018 wurde er CDU-Kreisvorsitzender, Ende 2021 zusätzlich Co-Vorsitzender der Ratsfraktion. Den Parteivorsitz gab er 2023 an Howad ab.
Nach seinem Austritt bezeichnet Baak die CDU weiterhin als seine politische Werteheimat. Die Entscheidung markiert dennoch einen offenen Bruch innerhalb der Oldenburger Union – nur eine Woche nach deren Verlusten bei der Kommunalwahl.
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