Hightech schützt die Bremer Kogge vor unbemerkten Schäden

Im Deutschen Schifffahrtsmuseum überwachen Restauratorinnen die Bremer Kogge und bereiten ein historisches Seenotrettungsboot für 2032 vor.

Kultur 01. November 2026, 14:12 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto)
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto) | Foto: Uwe H. Friese / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Bremer Kogge wird im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) regelmäßig auf kleinste Veränderungen untersucht. Restauratorin Silke Wiedmann platziert dafür Seidenpapier unter ausgewählten Bereichen des mittelalterlichen Wracks. Herabfallende Holzpartikel könnten auf Bewegungen oder Schäden hinweisen.

Zusätzlich erfasst eine Vermessungsingenieurin der Jade Hochschule das rund 20 Meter lange Schiff alle sechs Monate mit Photogrammetrie. Bei diesem Verfahren entsteht aus zahlreichen Aufnahmen ein präzises räumliches Modell. Die jeweils etwa sechsstündigen Messungen an mehr als 400 Punkten zeigten bislang, dass die Kogge stabil bleibt.

Bewahren mit wenig Eingriffen

Wiedmann betreut neben dem Wrack aus dem 14. Jahrhundert rund 380.000 Archivalien und 60.000 Museumsobjekte. Ein großer Teil davon liegt im Forschungsdepot. Zur Arbeit gehören kontrollierte Klimabedingungen sowie der Schutz vor Licht, Staub und Schädlingen. Ziel der Konservierung ist es, möglichst wenig in die historische Substanz einzugreifen.

Besondere Lösungen verlangen empfindliche Einzelstücke. Eine zerlegte historische Opiumpfeife setzte Wiedmann mit Acrylharz wieder zusammen. Eine Heizerfahne aus dem späten 19. Jahrhundert erwies sich wegen ihres brüchigen Stoffes und der Spuren früherer Restaurierungen als schwierig. Sie wird in der Ausstellung „Schiffswelten“ nun in einem Lichtschutzkasten gezeigt.

Vorbereitung beginnt Jahre früher

Unterstützt wird Wiedmann derzeit von Lea Künzel, die ein mehrwöchiges Praktikum im Rahmen ihres Restaurierungsstudiums absolviert. Die ausgebildete Bootsbauerin arbeitet am Segelrettungsboot „Geheimrat Heinrich Gerlach“. Sie prüft Lösungsmittel, die dessen ursprüngliche Beschichtung nicht angreifen.

Das 1913 gebaute Boot ist zehn Meter lang und wiegt knapp sieben Tonnen. Es soll Teil einer neuen Dauerausstellung zur Seenotrettung im Scharoun-Bau werden. Die Eröffnung ist für 2032 vorgesehen, die konservatorische Vorbereitung läuft bereits.

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