Erbrechen als Abwehr: Kritik an Präventionstipp der Bremer Polizei
Die Bremer Polizei nennt absichtliches Erbrechen als mögliche Reaktion auf eine drohende Vergewaltigung. Terre des Femmes kritisiert den Hinweis.
Ein Präventionstipp der Polizei Bremen für Frauen in einer akuten Gefahrensituation sorgt für Kritik. Die Behörde nennt absichtliches Erbrechen als eine mögliche Reaktion, um einen Täter bei einer drohenden Vergewaltigung abzuschrecken.
Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes weist diese Empfehlung zurück. Sie sieht darin eine unzulässige Verlagerung der Verantwortung auf potenziell Betroffene. Die öffentliche Debatte dreht sich damit auch um die Frage, wie Polizei über sexualisierte Gewalt und mögliche Gegenwehr informiert.
Polizei erläutert Hinweis
Nach der Kritik hat die Bremer Polizei ihre Aussage erläutert. Demnach ist der Hinweis als eine mögliche Reaktion in einer akuten Bedrohungslage zu verstehen. Er beschreibt keine Garantie dafür, einen Angriff verhindern zu können.
Die Empfehlung richtet sich an Frauen, die unmittelbar von einem sexuellen Übergriff bedroht sind. Kritikerinnen wenden ein, solche Verhaltenstipps könnten den Eindruck erwecken, Betroffene seien für die Abwehr eines Angriffs mitverantwortlich.
Verantwortung im Mittelpunkt
Terre des Femmes betont mit der Kritik, dass die Verantwortung für eine Vergewaltigung allein beim Täter liege. Die Organisation hält es deshalb für problematisch, wenn ungewöhnliche Abwehrmaßnahmen in den Vordergrund gestellt werden.
Der Fall hat eine öffentliche Diskussion über polizeiliche Präventionshinweise ausgelöst. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Frage, ob Erbrechen einen Täter im Einzelfall abschrecken könnte. Entscheidend ist aus Sicht der Kritikerinnen, welche Botschaft eine solche Empfehlung an Betroffene sexualisierter Gewalt vermittelt.
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DIE WELTKommentare
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