Wirtschaft

Bremen führt Ranking bei Frauen in öffentlichen Chefposten an

31,5 Prozent der Spitzenpositionen in öffentlichen Unternehmen des Landes Bremen sind mit Frauen besetzt. Zwischen Bremen und Bremerhaven bleibt der Abstand groß.

29. Juli 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 3 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Frauen in Führungspositionen (Archivfoto)
Frauen in Führungspositionen (Archivfoto) | Foto: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Der Anteil von Frauen in den obersten Führungsgremien öffentlicher Unternehmen im Land Bremen ist binnen eines Jahres von 26 auf 31,5 Prozent gestiegen. Damit erreicht das Land gemeinsam mit Berlin den höchsten Wert im aktuellen Ländervergleich der FIT-Public-Management-Studie 2026.

Die Untersuchung der Zeppelin Universität Friedrichshafen wurde am 15. Juli veröffentlicht. Sie erfasst die Besetzung von Vorständen, Geschäftsführungen und Unternehmensleitungen öffentlicher Unternehmen.

Mehr Frauen bei Neubesetzungen

Von April 2025 bis April 2026 wurden in den bremischen öffentlichen Unternehmen 15 Spitzenpositionen neu vergeben. Vier dieser Stellen gingen an Frauen. Das entspricht einem Anteil von 26,7 Prozent und einem Plus von 14,2 Prozentpunkten gegenüber dem vorherigen Untersuchungszeitraum. Männer erhielten 73,3 Prozent der neu besetzten Positionen.

Der Gesamtanteil von Frauen in den Top-Managementorganen liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt von 23,4 Prozent. Bundesweit sank der Frauenanteil bei Neubesetzungen laut Studie dagegen von 30,7 auf 23,9 Prozent.

Deutlicher Unterschied zwischen den Städten

In der Stadt Bremen sind 35,9 Prozent der Spitzenpositionen öffentlicher Unternehmen mit Frauen besetzt. In Bremerhaven liegt der Anteil bei 21,4 Prozent. Auch dort stieg der Wert, allerdings nur um 5,3 Prozentpunkte.

Die Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm sieht trotz des Anstiegs weiteren Handlungsbedarf. Die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten fordert verbindlichere Vorgaben für mehr Geschlechterparität. Bislang enthält das Handbuch Beteiligungsmanagement des Finanzsenators lediglich die Empfehlung, auf eine paritätische Besetzung hinzuwirken.

Forderung nach verbindlichen Regeln

Nach Vorstellung der ZGF soll eine gesetzliche Regelung für Gesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung des Landes gelten: Besteht eine Geschäftsführung aus mehr als zwei Mitgliedern, müssten mindestens eine Frau und ein Mann vertreten sein. Zudem könnte eine paritätische Vorgabe im Public Corporate Governance Kodex der Freien Hansestadt Bremen verankert werden, der Regeln für die Leitung und Kontrolle öffentlicher Unternehmen enthält.

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