Steinmeier warnt in Bremen vor Angriffen auf die Demokratie
Beim Festakt zur Deutschen Einheit erinnert der Bundespräsident an den Mut von 1989 und fordert Politik und Gesellschaft zum entschlossenen Handeln auf.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen vor Gefahren für Freiheit und Demokratie gewarnt. Extremistische Kräfte bedrohten auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte er vor rund 1.000 geladenen Gästen.
Die Politik müsse kritisch prüfen, warum sich viele Menschen abwendeten und extremistische Positionen Zustimmung fänden. Zugleich rief Steinmeier die Bevölkerung dazu auf, Manipulation und Falschbehauptungen entgegenzutreten.
Erinnerung an 1990
In seiner Rede blickte der Bundespräsident auf die Wiedervereinigung vor 36 Jahren zurück. Mit ihr sei eine jahrzehntelange Spaltung Deutschlands überwunden worden. Steinmeier würdigte insbesondere die Menschen, die sich in der DDR friedlich für Freiheit und demokratische Rechte eingesetzt hatten.
Dieser historische Erfolg dürfe trotz heutiger Krisen und Konflikte nicht in den Hintergrund geraten. Die friedliche Revolution bezeichnete Steinmeier als einen besonderen Moment der deutschen Geschichte, dessen Bedeutung bewahrt werden müsse.
Mut zu Veränderungen
Steinmeier forderte die Politik auf, Probleme entschlossen anzugehen und sich auch von Widerstand nicht abschrecken zu lassen. Seine Erfahrung aus vergangenen Krisen zeige, dass verhärtete Konflikte gelöst und Gegensätze schrittweise überwunden werden könnten. Voraussetzung seien politischer Wille und die Bereitschaft, gewohnte Abläufe zu verändern.
Zum Abschluss warb der Bundespräsident für Zuversicht und Erneuerung. Seine Ansprache wurde mit langem Applaus aufgenommen.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz nahm an den Einheitsfeiern in Bremen teil. Er erklärte zuvor, die Wiedervereinigung zeige, was mutige Menschen erreichen könnten. Daraus erwachse die Verantwortung, Freiheit, Zusammenhalt und Wohlstand auch für kommende Generationen zu sichern.
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