Sechs Jahre Haft nach absichtlichem Aufprall auf Baum
Eine Mutter ist in Oldenburg zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Sie war in Lohne mit ihren zwei Kindern gezielt gegen einen Baum gefahren.
Das Landgericht Oldenburg hat eine 39-Jährige zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil sie mit ihren beiden Kindern absichtlich gegen einen Baum gefahren sein soll. Das Gericht sprach sie wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Tat ereignete sich am 17. Februar in Lohne im Landkreis Vechta. Nach den Feststellungen des Gerichts fuhr die Frau mit etwa 70 Kilometern pro Stunde gegen den Baum. Zuvor soll sie ihren Kindern gesagt haben, sie würden losfahren und einen Unfall bauen.
Tochter schwer verletzt
Die damals achtjährige Tochter erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste nach Angaben des Gerichts dreimal wiederbelebt werden. Ihr damals zehnjähriger Bruder trug eine Schürfwunde und einen gebrochenen Zeh davon. Die Mutter erlitt ebenfalls Knochenbrüche.
Im Prozess räumte die Frau die Tat ein. Das Gericht sieht als Hintergrund die Trennung von ihrem Partner am Tattag. Die Angeklagte habe ihn bestrafen wollen und sich zuvor mit Bier betäubt. Zudem habe sie bereits länger psychische Probleme gehabt.
Verminderte Schuldfähigkeit
Nach Einschätzung des Gerichts war die Frau wegen ihrer psychischen Probleme vermindert schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst wegen versuchten Mordes angeklagt und zuletzt sieben Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf fünf Jahre.
Die Frau entschuldigte sich vor der Urteilsverkündung bei ihrer Familie und erklärte, sie schäme sich insbesondere vor ihren Kindern. Diese wollten derzeit keinen Kontakt zu ihr. Der Vater hat das alleinige Sorgerecht.
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