Psychische Leiden führen in Bremen erstmals bei Fehlzeiten
Psychische Erkrankungen verursachten 2025 in Bremen mehr Fehltage als jede andere Krankheitsgruppe. Die Ärztekammer wirbt für frühe Hilfe.
Psychische Erkrankungen haben 2025 in Bremen erstmals mehr Arbeitsausfälle verursacht als jede andere Erkrankungsgruppe. Nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK kamen auf 100 Versicherte insgesamt 392 Fehltage wegen psychischer Leiden. Das waren 16 Prozent mehr als im Vorjahr.
Über alle Diagnosen hinweg fehlten Beschäftigte in Bremen durchschnittlich 20,1 Kalendertage. Die Ärztekammer Bremen nimmt diese Zahlen zum Anlass, vor dem Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober für einen offeneren Umgang mit Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen sowie anderen psychischen Belastungen zu werben.
Angst vor Stigmatisierung
Nach Einschätzung von Kammerpräsidentin Christina Hillebrecht hindert die Sorge vor Vorurteilen Betroffene häufig daran, frühzeitig Unterstützung zu suchen. Psychische Erkrankungen seien jedoch behandelbar. Entscheidend sei, Beschwerden rechtzeitig zu erkennen und geeignete Hilfen zu vermitteln.
Eine zentrale Aufgabe sieht die Ärztekammer bei Hausärztinnen und Hausärzten. Sie seien für viele Menschen die erste Anlaufstelle, könnten Symptome medizinisch einordnen und bei Bedarf an psychiatrische oder psychotherapeutische Fachstellen weitervermitteln.
Betroffene stärker beteiligen
Der diesjährige Welttag stellt die Erfahrungen psychisch erkrankter Menschen in den Mittelpunkt. Unter dem internationalen Motto „Lived Experiences Heard: Real Voices, Real Change“ sollen ihre Perspektiven stärker in die Entwicklung von Versorgungsangeboten einfließen.
Die Ärztekammer fordert, Gespräche über seelische Beschwerden ohne Angst und Vorurteile zu ermöglichen. Ein offener Austausch könne dazu beitragen, Erkrankungen zu erkennen und passende Unterstützung zu finden.
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