Nach Tod einer 33-Jährigen: ZGF fordert stärkeren Gewaltschutz
Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Bremerhaven verlangt die Frauenbeauftragte eine genaue Aufklärung und bessere Hilfen für bedrohte Frauen.
Nach dem gewaltsamen Tod einer 33-Jährigen in Bremerhaven fordert die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF), den Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu stärken. Kathrin Stern, Leiterin des ZGF-Büros in Bremerhaven, bezeichnete den Fall als Femizid. Zugleich betonte sie, dass die konkreten Hintergründe sorgfältig ermittelt werden müssten.
Haftbefehl gegen Ehemann
Die Polizei war am frühen Morgen des 6. September gegen 4.30 Uhr zu einem Mehrfamilienhaus an der Stresemannstraße gerufen worden. Zeugen hatten einen Streit zwischen Eheleuten gemeldet. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 34 Jahre alte Ehemann die Frau mit Stichen und Schnitten lebensgefährlich verletzt haben.
Der Tatverdächtige wurde noch in dem Wohnhaus überwältigt und festgenommen. Die 33-Jährige kam in ein Krankenhaus und wurde notoperiert, starb jedoch an ihren Verletzungen. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.
Begriff in der Kritik
Stern kritisierte die Bezeichnung solcher Fälle als „Beziehungstat“. Dieser Begriff könne die zugrunde liegenden Macht- und Kontrollverhältnisse verdecken. Von einem Femizid wird gesprochen, wenn eine Frau wegen ihres Geschlechts getötet wird. Ob dieses Motiv im Bremerhavener Fall nachgewiesen werden kann, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Nach Ansicht der ZGF muss Hilfe früher greifen, wenn Frauen bedroht oder von Gewalt betroffen sind. Dazu gehörten Prävention, erreichbare Beratungsangebote und wirksame Schutzmöglichkeiten.
Bundesweit hohe Fallzahlen
Die ZGF verweist auf das Lagebild des Bundeskriminalamts zur häuslichen Gewalt. Demnach wird bundesweit alle zwei bis drei Tage eine Frau von ihrem Partner oder früheren Partner getötet. Beinahe täglich werde zudem ein entsprechender Tötungsversuch registriert. Bei frauenfeindlichen Straftaten meldete das BKA laut ZGF gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 73,3 Prozent.
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Senatspressestelle BremenKommentare
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