Mercedes-Werk Bremen: CDU warnt vor Folgen einer möglichen Schließung
Mercedes stellt bei ausbleibenden Kostensenkungen Werksschließungen in Aussicht. Die Bremer CDU fordert nun bessere Bedingungen für den Standort.
Das Mercedes-Benz-Werk in Bremen könnte von möglichen Einschnitten im deutschen Produktionsnetz betroffen sein. Der Produktionsvorstand des Autobauers hat angekündigt, dass bei ausbleibenden Kostensenkungen zwei deutsche Werke geschlossen werden müssten. Zur Disposition könnte demnach auch eines der drei deutschen Montagewerke stehen. Dazu zählt der Standort Bremen.
Eine konkrete Entscheidung über einzelne Werke ist bislang nicht bekannt. Wegen der rund 11.000 Beschäftigten und der Verbindungen zu Zulieferern hätte eine Schließung in Bremen jedoch weitreichende Folgen.
CDU fordert Kurswechsel
Theresa Gröninger, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, verlangt vom Senat Maßnahmen zur Stärkung des Standorts. Sie bezeichnete eine mögliche Schließung als Katastrophe für Beschäftigte, Zulieferbetriebe, industrielle Wertschöpfung und Ausbildung in Bremen.
Gröninger kritisierte insbesondere den Bremer Ausbildungsfonds. Dieser belaste das stark ausbildende Werk nach ihrer Darstellung möglicherweise mit einem siebenstelligen Betrag und verschlechtere dessen Position im konzerninternen Vergleich. Die CDU-Politikerin fordert deshalb die Abschaffung der Abgabe.
Streit über Arbeitszeit
Zudem warf Gröninger Bürgermeister Andreas Bovenschulte eine widersprüchliche Haltung vor. Während er Mehrarbeit ohne zusätzliches Entgelt bei Mercedes ablehne, habe der Senat die Wochenarbeitszeit der Landesbeamten ohne entsprechenden Besoldungsausgleich erhöht. Außerdem verlangte sie schnellere Verwaltungsverfahren, weniger Bürokratie und bundespolitische Reformen zur Senkung der Arbeitskosten.
Bovenschulte hatte die Mercedes-Konzernleitung bei Betriebsversammlungen am 17. September aufgefordert, langfristige Konzepte für den Fahrzeugbau in Deutschland und Bremen vorzulegen. Kostensenkungen dürften aus seiner Sicht nicht vor allem zulasten der Beschäftigten gehen. Zugleich sagte er dem Werk und seiner Belegschaft Unterstützung durch den Senat zu.
Standort unter Druck
Ob Bremen tatsächlich von einer Schließung betroffen wäre, bleibt offen. Die Ankündigung erhöht jedoch den Druck auf Konzern, Arbeitnehmervertretungen und Politik, Lösungen für Kostensenkungen und die langfristige Auslastung des Werks zu finden.
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CDU-Fraktion BremenKommentare
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