Linke fordert dauerhaften Ausbau von Housing First in Bremen
Zum Tag der wohnungslosen Menschen verlangt die Bremer Linksfraktion mehr Mittel für Housing First und stärkere Unterstützung besonders gefährdeter Gruppen.
Die Bremer Linksfraktion fordert, das Programm Housing First dauerhaft zu finanzieren und deutlich auszubauen. Anlass ist der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September. Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin Sofia Leonidakis bezeichnete Wohnungslosigkeit als soziale Krise und verlangte wirksamere Hilfen.
Housing First setzt darauf, wohnungslosen Menschen zunächst eine eigene Wohnung zu vermitteln. Anschließend erhalten sie bei Bedarf individuelle Unterstützung. Leonidakis sieht in diesem Ansatz einen wirksamen Weg, um Menschen dauerhaft aus der Wohnungslosigkeit zu holen.
Wohnung zuerst, Hilfe danach
Nach Darstellung der Linksfraktion hat das Bremer Modellprojekt gezeigt, dass dieser Ansatz funktioniert. Die Fraktion hatte das Pilotprojekt eigenen Angaben zufolge angestoßen. Nun solle Housing First nach Auffassung von Leonidakis nicht bei einem zeitlich begrenzten Modell bleiben, sondern zum festen Bestandteil der Hilfen in Bremen werden.
Besonders hebt sie die Arbeit von sogenannten Peers hervor. Dabei unterstützen Menschen mit eigener Erfahrung von Obdachlosigkeit die Teilnehmenden. Dieser Austausch könne Vertrauen schaffen und dadurch die Bindung an Hilfsangebote stärken, so Leonidakis.
Besondere Bedarfe im Blick
Die Politikerin fordert außerdem, junge Menschen, Frauen und queere Menschen bei Hilfen gegen Wohnungslosigkeit gezielt zu berücksichtigen. Auch die Bindung vieler Betroffener an ihre Tiere müsse bei Angeboten mitgedacht werden. Menschen ohne Wohnung seien häufig nicht nur existenzieller Not, sondern auch Ausgrenzung, Respektlosigkeit und Gewalt ausgesetzt, erklärte Leonidakis.
Der Aktionstag steht 2026 unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. – Gemeinsam gegen Wohnungsnot“. Die Linksfraktion verbindet ihn mit der Forderung, Wohnen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben abzusichern.
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