GeNo-Sanierung: 293 Millionen Euro Kredit und 560 Stellen weniger
Bremen will die drohende Insolvenz seines Klinikverbunds abwenden. Der Sanierungsplan umfasst Stellenabbau, Standortbündelungen und weitere Einsparungen.
Der Bremer Senat will die Gesundheit Nord (GeNo) mit einem zusätzlichen Kreditrahmen von 293 Millionen Euro vor der Insolvenz bewahren. Ohne die Finanzierung könnte der kommunale Klinikverbund nach Angaben von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bereits im November zahlungsunfähig werden. Die Zusage muss noch von der Gesundheitsdeputation sowie vom Haushalts- und Finanzausschuss der Bürgerschaft gebilligt werden.
Die Stadt gewährt keinen direkten Zuschuss, sondern erweitert die Betriebsmittelkreditlinie der GeNo. Der Rahmen soll fünf Jahre verfügbar sein. Von 2032 an muss der Klinikverbund das Geld zurückzahlen. Dafür soll er bis dahin wieder Überschüsse erzielen.
560 Vollzeitstellen betroffen
Mit der Finanzierung ist ein weitreichender Sanierungsplan verbunden. Rund 560 Vollzeitstellen sollen entfallen – etwa jede zehnte Stelle und 60 mehr als zuvor bekannt. Bürgermeister Andreas Bovenschulte rechnet dabei auch mit betriebsbedingten Kündigungen. Mehr als 70 Prozent der Ausgaben des Verbunds entfallen laut Radio Bremen auf Personalkosten.
Die GeNo informierte ihre Beschäftigten am Mittwochmorgen an den Klinikstandorten. Bevor Abteilungen aus dem Klinikum Bremen-Ost verlegt werden, muss die Geschäftsführung mit den Betriebsräten über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln.
Klinikangebote werden gebündelt
Zusätzlich sollen medizinische Angebote auf weniger Standorte verteilt sowie Sach- und Betriebskosten gesenkt werden. Auch nicht näher erläuterte Tarifanpassungen sind vorgesehen. Die bereits 2023 beschlossene Verlagerung des Klinikums Links der Weser bleibt Teil des Konzepts. Ein Sanierungsgeschäftsführer soll die bestehende Leitung ergänzen.
Als Gründe für die finanzielle Lage nennt der Senat höhere Kosten, rückläufige Erlöse und das Spargesetz der gesetzlichen Krankenversicherung. Für 2026 erwartet die GeNo rund 20 Millionen Euro Verlust. Im Jahr 2027 könnte das Defizit bis zu 40 Millionen Euro betragen.
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drweb.de (recherchiert)Kommentare
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