Bremerhaven wird NATO-Drehscheibe: Ausbau startet noch 2026
Mehr als 40 Bauprojekte sollen Hafen und Verkehrswege bis 2031 für Militärtransporte ertüchtigen. Der Bund plant Investitionen von rund 1,35 Milliarden Euro.
Bund, Bundeswehr und das Land Bremen haben sich auf den Ausbau Bremerhavens zu einer zentralen Logistikdrehscheibe für Bundeswehr und NATO verständigt. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde nach mehrmonatigen Verhandlungen unterzeichnet. Die ersten Arbeiten sollen noch 2026 beginnen und bis 2031 abgeschlossen sein.
Für den „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ plant der Bund Investitionen von rund 1,35 Milliarden Euro. Das Land Bremen beteiligt sich mit 200 Millionen Euro. Hinzu kommen Mittel privater Investoren. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichneten das Vorhaben als umfangreiche bauliche und logistische Aufgabe.
Mehr als 40 Projekte
Geplant sind mehr als 40 einzelne Maßnahmen. Im Hafen sollen unter anderem eine Schwerlastbrücke und mehrere Flächen für besonders schwere Ladung entstehen. Vorgesehen sind außerdem Arbeiten an einem Abschnitt der Stromkaje, an Binnenkajen im Kaiserhafen sowie an einem Verbindungskanal und einer Drehbrücke.
Weitere Vorhaben betreffen die Vertiefung von Hafenbecken, den Bau einer Feuerwache und den Ausbau von Straßen und Bahnverbindungen. Auch am Flughafen Bremen sollen zusätzliche Logistikflächen geschaffen werden. Welche Arbeiten dort im Einzelnen geplant sind, ist bislang nicht bekannt.
Transporte im Verteidigungsfall
Im Verteidigungsfall sollen Personal und Material deutscher und verbündeter Streitkräfte über den Hafen Bremerhaven und den Bremer Flughafen verlegt werden. Nach Angaben von Pistorius könnte dies Zehntausende Soldatinnen und Soldaten betreffen. Dafür würden neben Transportwegen auch Unterkünfte, Verpflegung sowie Möglichkeiten zur Wartung von Maschinen und Geräten benötigt.
Militärisches Material, das per Schiff in Bremerhaven eintrifft, soll über Straßen, Brücken und Schienen weitertransportiert werden können. Der Ausbau soll die dafür erforderlichen Kapazitäten schaffen und bestehende Engpässe beseitigen.
Orte
Originalquelle
finanznachrichten.de (recherchiert)Kommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.