Bremer Klinik startet Studie zu Lungenschäden bei Rheuma
Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen untersucht mit bundesweiten Partnern, wie gefährliche Lungenveränderungen bei Rheumatoider Arthritis früher erkannt werden können.
Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen beteiligt sich als eines von drei Leitzentren an einer neuen bundesweiten Studie zu Lungenschäden bei Rheumatoider Arthritis. Über sechs Jahre sollen 250 Patientinnen und Patienten mit einer neu festgestellten Lungenbeteiligung untersucht werden. Ziel ist es, Risiken früher zu erkennen und Krankheitsverläufe besser einschätzen zu können.
Die sogenannte GRAIL-Studie geht auf eine Initiative des Bremer Krankenhauses zurück. Die Projektleitung liegt bei der Medizinischen Hochschule Hannover. Zum Leitungskreis gehört außerdem das Rheumazentrum Berlin Halensee. Insgesamt nehmen 25 rheumatologische Zentren in Deutschland teil.
Gefahr für die Lunge
Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung, die nicht nur Gelenke, sondern auch Organe schädigen kann. Eine besonders schwere Begleiterkrankung ist die interstitielle Lungenerkrankung. Dabei vernarbt das Gewebe der Lunge zunehmend. Nach Angaben des Krankenhauses steht diese Komplikation mit 10 bis 20 Prozent der Todesfälle bei Menschen mit Rheumatoider Arthritis in Verbindung.
In hochauflösenden Computertomografien lassen sich bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen Veränderungen im Lungengewebe feststellen. Diese können auftreten, bevor Atemnot einsetzt oder die Gelenkerkrankung diagnostiziert ist. Der Verlauf fällt sehr unterschiedlich aus: Manche Befunde bleiben lange stabil, andere entwickeln sich zu einer schnell fortschreitenden Lungenfibrose.
Daten aus 25 Zentren
Die Forschenden erfassen regelmäßig Lungenfunktion, Bildgebung sowie Blut- und Gewebeproben. Die Ergebnisse werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und jährlich am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin ausgewertet. Eine Kontrollgruppe mit Rheumatoider Arthritis ohne Lungenbeteiligung dient zum Vergleich.
Zusätzlich untersuchen Fachleute genetische Merkmale, die Aktivität bestimmter Gene und 52 verschiedene Autoantikörper. Die Medizinische Hochschule Hannover übernimmt die zentrale Auswertung der Lungen-CT-Aufnahmen.
Erste Resultate ab 2028
Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen, männliches Geschlecht, hohe Entzündungswerte und bestimmte genetische Veränderungen. Erste Ergebnisse zu den untersuchten Autoantikörpern werden nach Angaben des Bremer Studienleiters Jens Gert Kuipers innerhalb der ersten beiden Studienjahre erwartet.
Originalquelle
Rotes Kreuz Krankenhaus BremenKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.