Bremer Klinik leitet Studie zu Lungenschäden bei Rheuma mit

Eine bundesweite Langzeitstudie soll klären, welche Rheuma-Patienten schwere Lungenschäden entwickeln. Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen ist eines der Leitzentren.

Panorama 25. September 2026, 16:11 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (Archivfoto)
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (Archivfoto) | Foto: Freie Kliniken Bremen / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen beteiligt sich als eines von drei Leitzentren an einer bundesweiten Studie zu gefährlichen Lungenveränderungen bei Rheumatoider Arthritis. Über sechs Jahre sollen 250 Patientinnen und Patienten mit einer neu diagnostizierten Lungenbeteiligung untersucht werden. Ziel ist es, Risiken früher zu erkennen und Krankheitsverläufe besser vorherzusagen.

Die sogenannte GRAIL-Studie wurde vom Bremer Krankenhaus angestoßen. Die Projektleitung liegt bei der Medizinischen Hochschule Hannover. Zum Leitungskreis gehört außerdem das Rheumazentrum Berlin Halensee. Insgesamt sind 25 rheumatologische Zentren in Deutschland beteiligt.

Vernarbung des Lungengewebes

Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung, die vor allem die Gelenke betrifft, aber auch Organe schädigen kann. Zu den schwerwiegenden Begleiterkrankungen zählt die interstitielle Lungenerkrankung. Dabei vernarbt das Gewebe zwischen den Lungenbläschen zunehmend. Nach Angaben des Krankenhauses steht diese Komplikation mit 10 bis 20 Prozent der Todesfälle bei Rheumatoider Arthritis in Verbindung.

In hochauflösenden Computertomografien lassen sich demnach bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen Veränderungen erkennen. Diese können auftreten, bevor Beschwerden wie Atemnot spürbar werden. Der Verlauf unterscheidet sich stark: Manche Befunde bleiben über Jahre stabil, andere entwickeln sich zu einer rasch fortschreitenden Lungenfibrose.

Suche nach Risikomerkmalen

Die Forschenden vergleichen die 250 Studienteilnehmenden mit einer Kontrollgruppe von Menschen mit Rheumatoider Arthritis ohne Lungenbeteiligung. Regelmäßig erfasst werden unter anderem Lungenfunktion, CT-Bilder sowie Blut- und Gewebeproben. Die Daten werden zentral gespeichert und jährlich am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin ausgewertet.

Weitere Analysen betreffen genetische Merkmale, die Aktivität von Genen und 52 verschiedene Autoantikörper. Die Medizinische Hochschule Hannover übernimmt zudem die zentrale Auswertung der Lungenaufnahmen. Als bekannte Risikofaktoren gelten unter anderem Rauchen, männliches Geschlecht, hohe Entzündungswerte und bestimmte genetische Veränderungen. Erste Ergebnisse zu den untersuchten Autoantikörpern werden nach Angaben der Studienverantwortlichen innerhalb der ersten beiden Jahre erwartet.

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