Bremen stellt Kita-Finanzierung ab 2028 grundlegend um
Kita-Zuschüsse sollen sich künftig stärker am Förderbedarf einzelner Kinder orientieren. Rund 3.500 Kinder könnten zusätzliche Personalressourcen erhalten.
Die Stadt Bremen führt zum 1. Januar 2028 ein neues Finanzierungsmodell für Kindertagesstätten ein. Zuschüsse sollen sich dann stärker nach dem individuellen Förderbedarf der betreuten Kinder richten. Der Senat hat die Neuordnung für 27 Kita-Träger beschlossen, die zusammen jährlich knapp 220 Millionen Euro erhalten.
Bislang werden für etwa 800 Kinder mit Förderbedarf zusätzliche Fachkraftstunden finanziert. Nach dem neuen Modell sollen rund 3.500 Kinder berücksichtigt werden können – unabhängig davon, welche Kita sie besuchen. Für jedes dieser Kinder ist die doppelte pädagogische Personalressource vorgesehen.
Mehr Spielraum für Träger
Die Träger können die zusätzlichen Mittel nutzen, um in den betroffenen Gruppen mehr Personal einzusetzen oder die Zahl der betreuten Kinder zu verringern. Die Finanzierung soll dadurch stärker an den tatsächlichen Unterstützungsbedarf angepasst werden.
Auch die soziale Situation im Wohnumfeld eines Kindes fließt künftig anders in die Berechnung ein. Bisher bekamen Einrichtungen zusätzliche Personalressourcen, wenn ihr Sozialindex über dem Schwellenwert von 50 lag. Diese feste Grenze entfällt. Damit können auch Kitas unterhalb dieses Werts zusätzliche Stunden erhalten, sofern bei einzelnen Kindern ein entsprechender Bedarf besteht.
Förderbedarfe kombinierbar
Mehrere Fördergründe können künftig gleichzeitig berücksichtigt werden. Benötigt ein Kind etwa sonderpädagogische Unterstützung und lebt zugleich in einer sozial benachteiligten Wohnlage, können beide Faktoren in die Personalausstattung einfließen. Bislang waren zusätzliche Ressourcen vor allem an bestimmte Einrichtungsformen wie Index- oder Schwerpunktkitas gekoppelt.
Die Reform geht auf den Bremer Koalitionsvertrag von 2023 zurück und wurde nach Angaben des Senats mit Trägern und Dachverbänden erarbeitet. Im Jahr 2027 soll die Umsetzung vorbereitet werden. Später könnte das Modell auch als Grundlage für eine neue Finanzierung von Elternvereinen und dem kommunalen Eigenbetrieb KiTa Bremen dienen.
Originalquelle
familiennetz-bremen.de (recherchiert)Kommentare
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