Bovenschulte warnt vor Kürzungen bei EU-Förderung für Bremen
Bremens Bürgermeister fordert verlässliche EU-Mittel für soziale Projekte, Forschung und Wirtschaft. Konkrete Summen für den Finanzrahmen ab 2028 stehen noch nicht fest.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat sich gegen Kürzungen im künftigen Haushalt der Europäischen Union ausgesprochen. Bei einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz und den Regierungschefs der Länder forderte er am Donnerstag eine verlässliche Finanzierung der europäischen Regionalförderung.
Konkrete Zusagen oder Fördersummen wurden nach Angaben der Senatspressestelle nicht vereinbart. Gegenstand der Beratungen war der Mehrjährige Finanzrahmen der EU für die Jahre 2028 bis 2034. Er legt fest, wie viel Geld die Europäische Union in diesem Zeitraum ausgeben kann und welche Bereiche unterstützt werden.
Sozialprojekte betroffen
In Bremen fließen EU-Mittel unter anderem in Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Finanziert werden außerdem Integrations- und Sprachkurse sowie Projekte, die Frauen beim Erwerb digitaler Fähigkeiten oder beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.
Bovenschulte warnte, Kürzungen könnten solche Angebote gefährden. Besonders geflüchtete Frauen stießen häufig auf Hindernisse wie fehlende Sprachkenntnisse oder nicht anerkannte Berufsabschlüsse. Entsprechende Projekte sollen nach Ansicht des Bürgermeisters deshalb weiterhin aus europäischen Strukturfonds finanziert werden.
Fokus auf Technologie
Der kommende EU-Finanzrahmen soll neben regionaler und sozialer Entwicklung auch Innovation, Zukunftstechnologien, industrielle Transformation sowie Sicherheit und Verteidigung stärker berücksichtigen. Geplant ist dafür unter anderem ein Europäischer Wettbewerbsfähigkeitsfonds.
Der Bremer Senat sieht darin Chancen für die Luft- und Raumfahrtbranche sowie für Unternehmen aus dem Bereich der Sicherheits- und Verteidigungstechnik. Genannt werden Airbus Defence and Space, OHB, Rheinmetall und Lürssen. Auch Forschungseinrichtungen könnten von der neuen Ausrichtung profitieren.
Forschung im Blick
An der Universität Bremen werden seit Januar 2026 zwei Exzellenzcluster gefördert. Dabei geht es um den Ozeanboden und um nachhaltige Konzepte unter den Bedingungen knapper Ressourcen. Gemeinsam mit der Universität Oldenburg bewirbt sich die Hochschule zudem als Exzellenzverbund.
Der Senat kündigte an, die Bremer Interessen in den weiteren Verhandlungen gegenüber dem Bund, den Ländern und der Europäischen Kommission zu vertreten.
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Senatspressestelle BremenKommentare
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