Bombensucher stoßen in Bremen auf antikes Langschwert
In 3,5 Metern Tiefe hat der Kampfmittelräumdienst in der Bremer Neustadt ein Schwert aus der römischen Kaiserzeit entdeckt. Möglich ist eine germanische Opfergabe.
Bei einer Kampfmittelsuche in der Bremer Neustadt ist ein antikes Langschwert entdeckt worden. Die Waffe steckte senkrecht in rund 3,5 Metern Tiefe im Erdreich. Nach einer ersten Einschätzung stammt sie aus der römischen Kaiserzeit, vermutlich aus der Zeit um 200 nach Christus.
Beschäftigte des Kampfmittelräumdienstes stießen während eines routinemäßigen Einsatzes auf das Schwert. Statt eines Kampfmittels aus jüngerer Zeit kam damit ein archäologischer Fund zum Vorschein, der für Bremen und Norddeutschland als selten gilt.
Mögliche Opfergabe
Die ungewöhnliche Lage des Schwertes liefert Fachleuten einen Hinweis auf seinen damaligen Zweck. Es könnte bewusst senkrecht aufgestellt und als Opfergabe niedergelegt worden sein. Solche Rituale sind aus germanischen Gemeinschaften während der römischen Kaiserzeit bekannt.
Der Fundort befand sich vor rund 1.800 Jahren möglicherweise an einem Fluss oder See. Waffen wurden in dieser Epoche teils gezielt in Gewässern deponiert. Ob dies auch bei dem Bremer Schwert der Fall war, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Seltener Fund im Norden
Vergleichbare Schwerter sind in Norddeutschland nur in geringer Zahl bekannt. Das Bremer Exemplar ist deshalb nicht allein wegen seines Alters bedeutsam. Auch die Fundlage kann Erkenntnisse über Rituale und Siedlungsräume in der Region während der römischen Kaiserzeit liefern.
Weitere Untersuchungen sollen nun das Alter, die Herkunft und die frühere Nutzung der Waffe genauer bestimmen. Die Annahme eines germanischen Opferzeremoniells bleibt bis dahin eine mögliche Deutung des Fundes.
Schauplatz
Orte
Originalquelle
FocusKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.