Ausstellung in Bremerhaven erinnert an verfolgte Juristinnen
Das Amtsgericht Bremerhaven zeigt die Lebenswege von 17 jüdischen Juristinnen, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.
Eine Wanderausstellung im Amtsgericht Bremerhaven zeichnet die Lebenswege von 17 jüdischen Juristinnen und Juristinnen jüdischer Herkunft nach. Die Schau ist bis zum 16. Oktober in den Fluren des Gerichts an der Nordstraße zu sehen.
Im Mittelpunkt stehen Frauen, die während der Weimarer Republik in unterschiedlichen Bereichen des Rechtswesens tätig waren. Dazu gehörten Anwältinnen und Richterinnen, aber auch eine Polizeirätin und eine Chefredakteurin. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Deutschen Juristinnenbund.
Karrieren und Verfolgung
Frauen erhielten in Deutschland erst 1922 die Möglichkeit, ein rechtswissenschaftliches Studium regulär abzuschließen und juristische Berufe zu ergreifen. Bereits nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann jedoch die systematische Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Juristinnen.
Einige der porträtierten Frauen flohen in die USA oder in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. Andere wurden in Konzentrationslagern ermordet. Ein Teil kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurück.
Zwei besondere Lebenswege
Vorgestellt wird unter anderem Martha Mosse, die als erste Polizeirätin Preußens bekannt wurde. Sie überlebte das Ghetto Theresienstadt, unterstützte später die US-Amerikaner bei den Nürnberger Prozessen und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung 1953 bei der Kriminalpolizei.
Auch Hilde Neumann gehört zu den porträtierten Frauen. Als Anwältin der Roten Hilfe verteidigte sie unter anderem den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann. Neumann floh über Paris nach Mexiko. Nach dem Krieg kehrte sie zurück und wurde Präsidentin des Landgerichts in Ost-Berlin.
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