Weniger Vorschulkinder brauchen Sprachförderung

In Bremen sinkt die Förderquote erstmals seit mehreren Jahren. Dennoch benötigen weiterhin 45 Prozent der Vorschulkinder zusätzliche Sprachförderung.

Politik 30. September 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Der Anteil der Vorschulkinder mit Sprachförderbedarf ist in der Stadt Bremen erstmals seit mehreren Jahren gesunken. Im aktuellen Kitajahr sind 2.773 von 6.159 Kindern für eine Förderung vorgesehen. Das entspricht rund 45 Prozent. Im Vorjahr waren es 3.063 von 6.388 Kindern und damit knapp 48 Prozent.

Bildungssenator Mark Rackles wertet die Entwicklung als vorsichtig positives Signal. Zugleich bleibe der Förderbedarf mit 45 Prozent deutlich zu hoch. Welche Faktoren den Rückgang ausgelöst haben, kann die Bildungsbehörde bislang nicht eindeutig bestimmen.

Mehr Geld und Personal

Als mögliche Gründe nennt die Behörde den Ausbau der Sprachförderung, eine frühere und häufigere Nutzung der Kindertagesbetreuung sowie Veränderungen bei Größe und Zusammensetzung der Jahrgänge. Im Kitajahr 2024/25 erhielten 3.004 Vorschulkinder in Bremer Kitas eine entsprechende Unterstützung.

Die jährlichen Mittel von Kommune und Bund stiegen von 1,5 Millionen Euro im Jahr 2016 auf derzeit rund 7,7 Millionen Euro. Bereits im August 2022 wurde die Zahl der Funktionsstellen in Sprach-Kitas auf 108 erhöht.

Parallel dazu besuchen mehr Kinder eine Betreuungseinrichtung. Bei den Drei- bis unter Vierjährigen nahm die Quote zwischen 2023 und 2026 von 74 auf 87 Prozent zu. Bei den Vier- bis unter Fünfjährigen stieg sie von 86 auf 91 Prozent, bei den Fünf- bis unter Sechsjährigen von 90 auf 94 Prozent.

Förderung soll verbindlich werden

Die Sprachförderung für Vorschulkinder soll gesetzlich vorgeschrieben werden. Vorgesehen sind in der Regel zwölf Monate Förderung mit 20 Wochenstunden in der Kita. Zudem will die Bildungsbehörde die sprachliche Entwicklung vom Beginn des Kita-Besuchs an systematischer dokumentieren. Eine dafür erforderliche Gesetzesänderung ist nach Behördenangaben bereits in Vorbereitung. Dabei sollen Erfahrungen mit dem Beobachtungsverfahren BaSiK einfließen, das in Bremen und Bremerhaven bereits in vielen Einrichtungen genutzt wird.

Für pädagogische Fachkräfte werden in diesem Herbst sechs Kurse zur Sprachförderung im Kita-Alltag angeboten. Alle Plätze sind belegt.

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