Viele Arbeitslose in Bremen kämpfen mit psychischen Erkrankungen

Gesundheitliche Einschränkungen erschweren vielen Erwerbslosen die Jobsuche. Die Arbeitnehmerkammer fordert eine engere Verzahnung von Förderung und Behandlung.

Panorama 05. November 2026, 14:12 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
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Gesundheitliche Probleme stehen bei vielen arbeitslosen Menschen im Land Bremen einer Rückkehr in den Beruf entgegen. Nach einer Analyse der Arbeitnehmerkammer vermuten Beschäftigte der Jobcenter bei 58 Prozent ihrer Fälle psychische Erkrankungen als Ursache der Arbeitslosigkeit. Bei 31 Prozent sehen sie körperliche Erkrankungen als Grund.

Die Arbeitnehmerkammer fordert deshalb, gesundheitliche Stabilisierung, Qualifizierung und Arbeitsvermittlung stärker miteinander zu verbinden. Mehr Druck und schärfere Sanktionen könnten insbesondere bei psychisch belasteten Menschen kontraproduktiv wirken.

Lange ohne Beschäftigung

Rund 44 Prozent der Erwerbslosen im Land Bremen sind der Analyse zufolge seit mindestens einem Jahr ohne Arbeit. Unter den Menschen in der Grundsicherung liegt der Anteil bei 56 Prozent. Zwar gilt als erwerbsfähig, wer täglich mindestens drei Stunden arbeiten kann. Das bedeutet nach Einschätzung der Kammer jedoch nicht, dass die Betroffenen einer Vollzeitstelle gewachsen sind.

Hinzu kommt ein knappes Stellenangebot für Menschen ohne Berufsabschluss. Im Jahr 2025 suchten rund 22.300 arbeitslose Grundsicherungsempfänger eine un- oder angelernte Tätigkeit. Dem standen etwa 2.000 gemeldete Stellen gegenüber. Von den Erwerbslosen in der Grundsicherung haben 72 Prozent keinen anerkannten Berufsabschluss, ein Viertel besitzt keinen Schulabschluss.

Projekte sollen länger helfen

Als möglichen Ansatz nennt die Kammer das Bamberger Modellprojekt „INGE“. Es kombiniert psychische Stabilisierung, persönliche Begleitung und berufliche Orientierung. Nach Angaben der wissenschaftlichen Evaluation wechselten fast 40 Prozent der Teilnehmenden anschließend in Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildung.

In Bremen gibt es mit „Arbeit im Fokus“ ein Angebot für Menschen mit psychischen Belastungen. Es wurde zunächst bis 2027 verlängert. Erfolgreiche Hilfen sollten nach Auffassung der Arbeitnehmerkammer nicht dauerhaft auf befristete Modellprojekte beschränkt bleiben. Im Oktober 2026 waren im Land Bremen insgesamt 41.751 Menschen arbeitslos gemeldet.

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