Tuncel behält Mandat und sitzt künftig allein in der Bürgerschaft
Nach seinem Austritt aus der Linken weist Cindi Tuncel die Forderung nach einem Mandatsverzicht zurück. Seine politische Zukunft lässt er offen.
Der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Cindi Tuncel will sein Mandat trotz seines Austritts aus der Linken und ihrer Fraktion behalten. Der 49-Jährige kündigte an, künftig als Einzelabgeordneter im Landesparlament zu sitzen. Die Landespartei hatte ihn aufgefordert, auch sein Mandat niederzulegen.
Tuncel begründet seine Entscheidung mit den Ergebnissen früherer Wahlen. Bei den vergangenen vier Urnengängen habe er zweimal auf Listenplatz vier kandidiert und den Einzug jeweils durch Personenstimmen geschafft. Daher sieht er sich unmittelbar von den Wählerinnen und Wählern legitimiert.
Streit um das Mandat
Die Landessprecher der Linken Bremen, Anna Fischer und Max Petermann, würdigten Tuncels Einsatz für benachteiligte Stadtteile sowie für die kurdische und jesidische Gemeinschaft. Zugleich verwiesen sie darauf, dass Abgeordnete der Partei ihr Mandat über die Liste der Linken und gemeinsam mit der Partei errungen hätten.
Die Landesvorsitzenden bedauerten seinen Austritt. Nach einer Aufstellungsversammlung Ende September, bei der Tuncel in zwei Wahlgängen keinen Listenplatz erhielt, habe es zahlreiche Gespräche über seine weitere Rolle innerhalb der Partei gegeben.
Politische Zukunft offen
Die rasche Aufforderung zum Mandatsverzicht sieht Tuncel als Bestätigung für seinen Austritt. Er hätte sich nach eigenen Angaben einen sensibleren Umgang gewünscht, sei von der Reaktion aber nicht überrascht worden.
Wie es für ihn nach 20 Jahren und vier Monaten Mitgliedschaft politisch weitergeht, ließ Tuncel offen. Er wolle jedoch politisch aktiv bleiben und an seinen bisherigen inhaltlichen Positionen festhalten. Mit seinem Verbleib verändert sich die Zusammensetzung der Bremischen Bürgerschaft: Tuncel gehört ihr nun ohne Fraktionszugehörigkeit als Einzelabgeordneter an.
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europesays.com (recherchiert)Kommentare
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