Senat sichert bis zu 27,2 Millionen Euro für Schulassistenz
Die Kosten für schulische Assistenz in Bremen steigen deutlich. Der Senat hat den zusätzlichen Bedarf von bis zu 27,2 Millionen Euro abgesichert.
Der Bremer Senat hat einen zusätzlichen Finanzbedarf von bis zu 27,2 Millionen Euro für schulische Assistenz abgesichert. Damit sollen die gesetzlich vorgesehenen Unterstützungsleistungen für rund 1350 Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung sowie 279 Kinder und Jugendliche mit körperlicher Behinderung fortgesetzt werden.
Über den Beschluss befassen sich als Nächstes die städtische Deputation für Kinder und Bildung sowie der Haushalts- und Finanzausschuss.
Kosten steigen stark
Für die Assistenzleistungen waren 2023 und 2024 jeweils 37 Millionen Euro ausgegeben worden. 2025 stiegen die Kosten auf knapp 51 Millionen Euro. Im laufenden Jahr weist das Controlling bis einschließlich Juli bereits Ausgaben von 35 Millionen Euro aus.
Nach Angaben des Bildungsressorts führen vor allem steigende Fallzahlen, längere Betreuungszeiten im Ganztag und komplexere Unterstützungsbedarfe zu den höheren Kosten. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung liegt im Schuljahr 2026/27 um 23 Prozent über dem Vorjahr.
Finanzierung aus mehreren Töpfen
10,9 Millionen Euro des Mehrbedarfs sollen durch Umschichtungen im Bildungshaushalt gedeckt werden. Weitere fünf Millionen Euro erwartet das Ressort als Mehreinnahmen. 3,6 Millionen Euro kommen aus zentralen Mitteln, 7,7 Millionen Euro sollen über eine Umlage auf die Ressorts finanziert werden.
Bremen organisiert die Unterstützung seit 2013 überwiegend in Gruppen. Dabei werden in der Regel fünf Kinder gemeinsam in einer Lerngruppe begleitet. Die Zahl dieser Lerngruppen ist seit dem Schuljahr 2022/23 von 46 auf 81 gestiegen. Sie werden durch pädagogische Fachkräfte von fünf freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt.
Pooling soll ausgeweitet werden
Um den Kostenanstieg zu begrenzen, will das Bildungsressort Gruppenmodelle weiter ausbauen, sofern der individuelle Anspruch der Kinder erfüllt wird. Außerdem sollen Unterstützungsangebote stärker direkt an Schulen verankert werden. Derzeit arbeiten nach Ressortangaben bereits mehr als 120 Assistenzkräfte an Bremer Schulen. Zudem wird geprüft, Bundesfreiwilligendienstleistende stadtweit einzusetzen.
Originalquelle
Senatspressestelle BremenKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.