Polarstern bringt neue Arktis-Daten nach Bremerhaven
Nach zehn Wochen in der Arktis kehrt die Polarstern am Mittwoch nach Bremerhaven zurück. An Bord sind Sedimentproben und neue Messdaten vom Lomonossow-Rücken.
Der Forschungseisbrecher Polarstern wird am Mittwoch, 14. Oktober, gegen 4 Uhr mit dem Morgenhochwasser in Bremerhaven erwartet. Hinter der Besatzung und rund 40 Forschenden liegen zehn Wochen in der Arktis und mehr als 9000 Seemeilen, umgerechnet etwa 16.700 Kilometer.
Die Route führte von Tromsø über Nordostgrönland und die Framstraße bis zum Nordpol und zum Lomonossow-Rücken. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Norwegen, Italien, Argentinien und den USA.
Datenlücke geschlossen
Im Mittelpunkt der Expedition PS156, auch LAMEX 1 genannt, stand der Lomonossow-Rücken. Das rund 3000 Meter hohe Unterwassergebirge erstreckt sich quer durch den Arktischen Ozean. Über den Abschnitt zwischen Nordpol und dem östlichen Ende des Rückens lagen bislang nur wenige Informationen vor.
Das Team erfasste dort etwa 2200 Kilometer seismische Messprofile. Die Daten reichen nun nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts nahezu durchgehend vom Nordpol bis zum sibirischen Schelf. Als zeitlicher Bezug dient eine Tiefbohrung aus dem Jahr 2004. Dadurch können Forschende bestimmte Schichten datieren und über weite Strecken verfolgen.
Sedimente aus Warmzeiten
Zusätzlich holte die Expedition rund 108 Meter Sedimentkerne sowie Proben aus drei Kastenloten vom Meeresboden. Das Material umfasst mehrere Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten. Untersucht werden sollen unter anderem fossile DNA und sogenannte kosmogene Nuklide, die Hinweise auf Alter und Umweltbedingungen liefern können.
Die Auswertung soll zeigen, wie sich Meeresströmungen, Meereis und arktische Ökosysteme in früheren Warmphasen veränderten. Solche Prozesse beeinflussen auch die Zirkulation im Nordatlantik.
Werft vor Antarktisfahrt
Nach der Rückkehr wird die Polarstern im November in der Bremerhavener Lloyd Werft gewartet und repariert. Mitte November soll sie Kurs auf die Antarktis nehmen. Während der Überfahrt werden Nachwuchsforschende ausgebildet. Danach stehen die Versorgung der Neumayer-Station III und zwei Expeditionen in der Westantarktis an.
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