Pistorius erwägt Bundeswehr-Startplatz für Raketen
Verteidigungsminister Boris Pistorius zieht einen eigenen Startplatz der Bundeswehr in Betracht. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB begrüßt die Überlegungen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erwägt einen eigenen Startplatz der Bundeswehr für Trägerraketen. Nach Angaben von OHB sprach der Minister bei einem Besuch des Bremer Raumfahrtunternehmens auch über zusätzliche Startmöglichkeiten für Satelliten.
Aus Sicht des Ministeriums ist ein unabhängiger Zugang zum Weltraum für die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas wichtig. Vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage sollen Startkapazitäten ausgebaut werden, damit Deutschland und Europa schneller handeln können.
Offshore-Konzept wird weiterverfolgt
OHB-Chef Marco Fuchs erklärte nach dem Besuch, dass die Arbeiten an einem Offshore-Spaceport weiterliefen. Die ersten Überlegungen bezogen sich auf die Nordsee. Inzwischen sei das Interesse an Satellitenstarts und geeigneter Infrastruktur deutlich größer geworden.
Die European Spaceport Company, ein Unternehmen zur Bündelung von Know-how für Startplatzinfrastruktur innerhalb des OHB-Konzerns, begrüßte die Aussagen des Ministers. Geschäftsführerin Sabine von der Recke verwies insbesondere auf den militärischen Bedarf an belastbaren und flexiblen Startkapazitäten.
Vorbereitungen laufen
Das Unternehmen teilte mit, es bereite eine deutsche Startfähigkeit vor. Konkrete Entscheidungen über einen Standort, einen Zeitplan oder die Finanzierung eines möglichen Bundeswehr-Startplatzes wurden in der Mitteilung nicht genannt.
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