Kultur

Neue Vitrine dokumentiert die Geschichte der Lettischen Kolonie

Am Kulturzentrum Rennplatz in Oldenburg-Ohmstede informiert eine Vitrine über das frühere Lager, die Lettische Kolonie und Pastor Paulis Urdze.

03. September 2026, 10:22 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Am Kulturzentrum Rennplatz in Oldenburg-Ohmstede steht jetzt eine Informationsvitrine zur Geschichte der Lettischen Kolonie, der späteren Rennplatzsiedlung und des Pastors Paulis Urdze. Das städtische Kulturbüro stellte sie auf Anregung des Bürgervereins Ohmstede und des Autors Günter Heuzeroth auf. Die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft unterstützte das Projekt.

Die Tafel verknüpft die Geschichte des Ortes mit Urdzes sozialem Engagement. Grundlage sind eine 2014 veröffentlichte Dokumentation Heuzeroths sowie Recherchen des Bremer Historikers Karl-Ludwig Sommer aus dem Jahr 2024.

Vom Lager zur Siedlung

Auf dem Rennplatz entstand 1943 zunächst eine Durchgangsstation für sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Später wurde das Lager zunehmend als dauerhafte Unterkunft genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich dort die größte lettische Kolonie in der Bundesrepublik. Anfang der 1950er-Jahre lebten dort mehr als 1000 lettische Staatsangehörige und Menschen aus Lettland, die formal staatenlos waren.

Die Bewohner lebten in nur einfach ausgestatteten Holzbaracken. Ab 1959 wurden die ersten Gebäude abgerissen. Anschließend errichteten Stadt und Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft die Rennplatzsiedlung im sozialen Wohnungsbau.

Engagement im Alltag

Paulis Urdze übernahm 1955 das Pfarramt der lettischen Gemeinde. Unter seiner Leitung verbesserten junge Menschen aus mehreren Ländern in sogenannten ökumenischen Aufbaulagern die Bedingungen vor Ort. Zudem entstanden Räume für die Gemeinnützigen Werkstätten, die ab 1957 lettischen Bewohnerinnen und Bewohnern mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit Beschäftigung boten.

1964 wurden ein Jugendzentrum, ein Kindergarten mit Hort und ein Kirchenraum eröffnet. Nachdem Zuschüsse weggefallen waren, übernahm die Stadt Oldenburg die Einrichtung 1999 und führte sie als Kulturzentrum Rennplatz weiter.

Schauplatz

Kulturzentrum Rennplatz, Oldenburg

Orte

Oldenburg

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