Kultur

Infotafel erzählt Geschichte der Lettischen Kolonie in Ohmstede

Am Kulturzentrum Rennplatz informiert eine neue Vitrine über die Lettische Kolonie, die Rennplatzsiedlung und das Wirken von Pastor Paulis Urdze.

02. September 2026, 09:20 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Eine Informationsvitrine am Kulturzentrum Rennplatz erinnert an die Geschichte der Lettischen Kolonie in Ohmstede. Sie beleuchtet zugleich die Entstehung der Rennplatzsiedlung und das soziale Engagement des lettischen Pastors Paulis Urdze in den Nachkriegsjahren.

Angeregt hatten das Projekt der Bürgerverein Ohmstede und der Autor Günter Heuzeroth. Das städtische Kulturbüro setzte die Vitrine mit Unterstützung der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft um.

Mehr als 1000 Menschen

Auf dem Rennplatz bestand nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ausländerwohnlager. Es war 1943 zunächst als Durchgangsstation für sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingerichtet worden und wurde später auch dauerhaft zur Unterbringung genutzt. Anfang der 1950er Jahre lebten dort mehr als 1000 lettische Staatsangehörige sowie Menschen aus Lettland ohne Staatsangehörigkeit. Damit war es die größte lettische Kolonie in der damaligen Bundesrepublik.

Die Holzbaracken waren in schlechtem Zustand. Ab 1959 wurden erste Gebäude abgerissen. Stadt und Siedlungsgesellschaft begannen mit dem Bau der Rennplatzsiedlung im staatlich geförderten sozialen Wohnungsbau.

Pastor organisierte Hilfe

Paulis Urdze übernahm 1955 das Pfarramt der lettischen Gemeinde. Er initiierte internationale Arbeitseinsätze, die die Lebensbedingungen im Lager verbessern sollten. Mit Unterstützung des evangelischen Hilfswerks entstanden Gemeinnützige Werkstätten, die ab 1957 Arbeitsmöglichkeiten für gesundheitlich eingeschränkte Bewohnerinnen und Bewohner boten.

1963 begann der Bau eines Zentrums mit Kindergarten, Hort, Kirchenraum und Angeboten für Jugendliche. Nach Urdzes Tod 1985 geriet die Einrichtung wegen wegfallender Zuschüsse in Gefahr. Die Stadt übernahm sie 1999 und führte sie als Kulturzentrum Rennplatz fort. Grundlage des Vitrinentextes sind Forschungen von Günter Heuzeroth und aktuelle Recherchen des Bremer Historikers Karl-Ludwig Sommer.

Schauplatz

Ohmstede, Oldenburg

Orte

Oldenburg

Originalquelle

Stadt Oldenburg

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