Marinehafen geht nach Emden: Bremerhaven verpasst Zuschlag

Der geplante Marinehafen wird in Emden gebaut. Bremerhavens Oberbürgermeister Martin Günthner spricht von einer vertanen Chance, bleibt aber zuversichtlich.

Wirtschaft 06. Oktober 2026, 07:06 Uhr 1 Min. Lesezeit 3 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Der geplante neue Marinehafen an der deutschen Nordseeküste entsteht in Emden und nicht in Bremerhaven. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die Standortentscheidung mitgeteilt. Damit erhält die ostfriesische Hafenstadt den Zuschlag.

Bremerhaven war ebenfalls als Standort im Gespräch. Oberbürgermeister Martin Günthner (SPD) wertet die Entscheidung gegen die Seestadt als vertane Chance. Trotz der Absage blickt er optimistisch auf die weitere Entwicklung Bremerhavens.

Fokus auf Offshore-Windkraft

Nach Bekanntwerden der Entscheidung rückte erneut die künftige Nutzung und Entwicklung der Bremerhavener Hafenflächen in den Mittelpunkt. Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft fordern, die Planungen für einen Energy Port voranzutreiben. Gemeint sind zusätzliche Kapazitäten für die Offshore-Windindustrie.

Nach den Vorstellungen der Fraktion könnte Bremerhaven beim Umschlag, bei der Wartung und beim Recycling von Bauteilen für Windkraftanlagen eine größere Rolle übernehmen. Damit soll die Hafenentwicklung stärker auf den geplanten Ausbau der Windenergie in der Nordsee ausgerichtet werden.

Schienenverbindung im Blick

Auch in Niedersachsen löst die Standortwahl Forderungen nach weiteren Investitionen aus. Die dortige Grünen-Fraktion verlangt mehr Kapazität auf der Bahnverbindung zwischen Emden und Bremen. Besonders die Strecke über Leer und Oldenburg müsse für zusätzliche Verkehre leistungsfähiger werden.

Mit der Entscheidung ist der Wettbewerb zwischen Emden und Bremerhaven um den Marinehafen beendet. Für Bremerhaven verlagert sich die Debatte nun auf alternative Hafenprojekte und die Rahmenbedingungen für die Offshore-Windwirtschaft.

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