Marine entscheidet gegen Bremerhaven: Abschirmung gab den Ausschlag

Der zweite Marinehafen an der Nordsee entsteht in Emden. Das Verteidigungsministerium begründet die Wahl vor allem mit Sicherheitsanforderungen.

Wirtschaft 23. Oktober 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Der geplante zweite Marinehafen an der Nordsee wird in Emden und nicht in Bremerhaven gebaut. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums waren dabei unter anderem die Abstände zu zivilen Hafenanlagen und zur Wohnbebauung entscheidend. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums an den Bremer CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Röwekamp hervor.

Die Marine will den neuen Standort möglichst wirksam nach außen abschirmen. Eine wichtige Rolle spielt deshalb, ob militärische Anlagen von benachbarten Gebäuden oder öffentlich zugänglichen Bereichen eingesehen werden können. Auch die Abwehr möglicher Bedrohungen durch Drohnen floss demnach in die Bewertung ein.

Platz für weitere Schiffe

Neben Wilhelmshaven benötigt die Marine einen zusätzlichen Stützpunkt an der Nordsee. Hintergrund ist der geplante Zulauf weiterer Kriegsschiffe. Diese sollen nicht vollständig an einem einzigen Standort stationiert werden. Zudem soll die Marine Einheiten aus dem Ostseeraum an die Nordsee verlegen können, falls sich dort die Sicherheitslage verschärft.

Bremerhaven und Emden galten längere Zeit als mögliche Standorte. Die Entscheidung zugunsten Emdens war bereits im Sommer bekannt geworden. Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, fragte daraufhin beim Ministerium nach den Auswahlkriterien.

Andere Ausbaupläne bleiben

Mit der Standortentscheidung zerschlägt sich die Aussicht, Bremerhaven als regelmäßigen Stützpunkt für Fregatten aufzubauen. Davon unabhängig bleibt die Seestadt für militärische Logistik von Bedeutung. Der Bund plant Investitionen von rund 1,35 Milliarden Euro, um den Hafen mit mehr als 40 Maßnahmen für Transporte der NATO auszubauen. Vorgesehen sind unter anderem Schwerlastflächen, Brücken sowie Arbeiten an Hafenbecken, Straßen und Bahnverbindungen. Der Abschluss ist bis 2031 geplant.

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Bremerhaven

Originalquelle

Nordsee-Zeitung

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