Linke fordert bessere Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen

Sofia Heuser sieht vor allem in Bremerhaven und bei barrierefreien Angeboten Lücken. Zudem fordert sie mehr Wissen über medizinische Ausnahmen.

Panorama 28. September 2026, 12:34 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Die Bremer Linke fordert, die Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen im Land langfristig abzusichern. Nach Einschätzung ihrer gleichstellungspolitischen Sprecherin Sofia Heuser gibt es insbesondere in Bremerhaven sowie bei barrierefreien gynäkologischen Angeboten Handlungsbedarf. Anlass der Stellungnahme ist der Safe Abortion Day am 28. September.

Grundsätzlich bewertet Heuser die derzeitige Versorgung in Bremen als gut. Sie sei jedoch auf zu wenige Einrichtungen und Fachkräfte verteilt. Krankenhäuser beteiligten sich aus Sicht der Politikerin nicht ausreichend, wobei sie besonders Häuser in christlicher Trägerschaft kritisierte.

Keine kriminologische Indikation

Nach Angaben der Linken wurde 2025 im Land Bremen kein Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer kriminologischen Indikation vorgenommen. Diese Regelung kann greifen, wenn eine Schwangerschaft auf einer Sexualstraftat beruht. In solchen Fällen entfallen die sonst vorgeschriebene Beratung und die dreitägige Wartezeit. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Heuser verweist zugleich auf einen Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt im vergangenen Jahr. Menschen, die infolge einer Vergewaltigung schwanger werden, müssten ohne zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastungen Zugang zu einem Abbruch erhalten. Ärztinnen und Ärzte sollten nach ihrer Forderung besser darüber informiert werden, wann eine kriminologische oder medizinische Indikation vorliegt.

Warnung vor Stigmatisierung

Die Abgeordnete wandte sich außerdem gegen politische und gesellschaftliche Angriffe auf reproduktive Selbstbestimmungsrechte. Rechtsextreme, evangelikale und radikal-konservative Gruppen stellten diese Rechte zunehmend infrage, erklärte Heuser. Dies könne Betroffene verunsichern und Schwangerschaftsabbrüche weiter stigmatisieren.

Konkrete politische Initiativen oder neue Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung kündigte die Linke in ihrer Mitteilung nicht an.

Orte

Bremerhaven

Originalquelle

Die Linke Bremen

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