Panorama

Abbruchversorgung: Bremerhaven bleibt deutlich schlechter versorgt

Bremen liegt bei Schwangerschaftsabbrüchen über dem Bundesdurchschnitt. Der neue Bericht zeigt jedoch ein starkes Gefälle zwischen Bremen und Bremerhaven.

15. September 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Im Land Bremen wurden 2025 insgesamt 2350 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Die Zahl blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der am Dienstag vorgelegte Jahresbericht sieht eine im Bundesvergleich überdurchschnittliche Versorgung, verweist aber zugleich auf erhebliche Unterschiede zwischen Bremen und Bremerhaven.

Von 24 Praxen und Kliniken, die Abbrüche durchführen, liegen 22 in der Stadtgemeinde Bremen. In Bremerhaven gibt es zwei Einrichtungen. Rechnerisch kommt dort eine Einrichtung auf rund 11.900 Frauen im reproduktiven Alter. In Bremen liegt dieser Wert bei etwa 5700, bundesweit bei rund 14.600.

Fortbildung in Bremerhaven geplant

Das Gesundheitsressort will die Angebote in Bremerhaven mit einer weiteren Fortbildung zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch ausbauen. Sie soll sich 2026 an Gynäkologinnen, Gynäkologen sowie Hausärztinnen und Hausärzte richten.

63 Prozent der in Bremen registrierten Abbrüche erfolgten bis zur vollendeten sechsten Schwangerschaftswoche. Bundesweit lag der Anteil bei 48,6 Prozent. Rund 90 Prozent der Abbrüche nach der Beratungsregelung wurden 2025 vom Land finanziert. Zudem kamen 850 der behandelten Frauen nicht aus dem Land Bremen.

Hürden bei Gewaltindikationen

Als weiteren Handlungsbedarf nennt der Bericht die sogenannte kriminologische Indikation. Sie ermöglicht einen Schwangerschaftsabbruch nach einer Sexualstraftat unter besonderen Voraussetzungen. Obwohl nach Angaben des Ressorts Bedarf bestand, wurde sie 2025 in Bremen in keinem Fall angewandt. Auf Bremer Initiative forderte die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz im Juni den Abbau entsprechender Hürden auf Bundesebene.

Schauplatz

Faulenstraße, Bremen

Orte

Bremerhaven

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