KI kann Barrieren abbauen – aber auch Benachteiligung verstärken
Fachleute haben in Bremen über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Menschen mit Behinderungen diskutiert.
Künstliche Intelligenz kann den Zugang zu Medien erleichtern, birgt aber zugleich neue Risiken für Menschen mit Behinderungen. Zu diesem Ergebnis kam eine Diskussionsveranstaltung der Bremischen Landesmedienanstalt und des Landesbehindertenbeauftragten in der Bremer Volkshochschule. Rund 70 Gäste verfolgten die Gesprächsrunde.
Als mögliche Hilfen nannten die Beteiligten unter anderem automatisch erzeugte Untertitel, Alternativtexte für Bilder und leichter zugängliche digitale Angebote. Solche Anwendungen könnten Barrieren verringern und mehr Menschen die Nutzung medialer Inhalte ermöglichen.
Daten können ausgrenzen
Die Fachleute warnten jedoch davor, den Ergebnissen von KI-Systemen ungeprüft zu vertrauen. Die verwendeten Trainingsdaten stammten häufig aus einer nicht barrierefreien Lebenswirklichkeit. Dadurch könnten vorhandene Benachteiligungen in automatisierten Ergebnissen fortgeschrieben oder sogar verstärkt werden.
Nach Einschätzung von Landesbehindertenbeauftragtem Arne Frankenstein ist deshalb eine Kontrolle durch Menschen notwendig. Menschen mit Behinderungen sollten zudem als Fachleute in eigener Sache an der Entwicklung entsprechender Systeme beteiligt werden.
Standards und Kontrolle
Auch die Direktorin der Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, betonte, dass KI nicht automatisch für mehr Barrierefreiheit sorge. Entscheidend sei, die Systeme bewusst ohne Barrieren zu gestalten und ihre Funktionsweise genau zu prüfen.
Auf dem Podium diskutierten Domingos de Oliveira vom IT-Dienstleister adesso, Harald Flemming vom Streaminganbieter Zattoo, Irmhild Rogalla vom Institut für digitale Teilhabe der Hochschule Bremen und Maren Rolfes von RTL Deutschland. Im Mittelpunkt standen außerdem notwendige Standards, Kenntnisse und rechtliche beziehungsweise organisatorische Rahmenbedingungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Inklusionsexpertin Lilian Masuhr.
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Bremische LandesmedienanstaltKommentare
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