Hafenwirtschaft warnt vor Angriffen auf deutsche Seehäfen
Cyberattacken, Spionage und Sabotage bedrohen nach Einschätzung der Hafenwirtschaft die deutschen Seehäfen. Bremerhaven zählt zu den wichtigsten Umschlagplätzen.
Die Hafenwirtschaft warnt vor wachsenden Sicherheitsrisiken für die deutschen Seehäfen. Als zentrale Gefahren nennt sie Cyberangriffe, Spionage und Sabotage. Betroffen sind demnach die Häfen an Nord- und Ostsee. Dazu gehört auch Bremerhaven, einer der umschlagstärksten Seehäfen Deutschlands.
Florian Keisinger, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe, sagte der „Welt am Sonntag“, die Bedrohung habe sich deutlich verschärft. Häfen seien wegen ihrer Funktion als logistische Drehscheiben mögliche Ziele unterschiedlicher Angriffe.
Cyberattacken im Fokus
Der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, Norman Zurke, sieht derzeit die größte Gefahr in Angriffen auf digitale Systeme. Zugleich sei die Logistikbranche bereits von Sabotage betroffen. Den Schutz kritischer Infrastruktur bezeichnete Zurke als gemeinsame staatliche Aufgabe. Er forderte eine stärkere Beteiligung des Bundes an entsprechenden Investitionen.
Als Beispiel nennt der Bericht mutmaßliche Sabotage an Korvetten der Deutschen Marine bei der Hamburger Werft Blohm+Voss im vergangenen Jahr. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg ermittelte zeitweise gegen zwei Beschäftigte der Werft.
Häfen im Verteidigungsfall
Die Seehäfen spielen auch für militärische Transporte eine Rolle. Im Konfliktfall könnte die Nato darüber Fahrzeuge, Truppen und Material verlegen. Neben Bremerhaven gehören Hamburg, Wilhelmshaven, Rostock und Lübeck zu den wichtigsten deutschen Häfen nach Umschlag.
Vom 24. bis 26. September plant die Bundeswehr im Hamburger Hafen erneut die Übung „Red Storm Charlie“. Dabei soll unter anderem eine Truppenverlegung trainiert werden.
Für den Überseehafen Bremerhaven und den Flughafen Bremen sind insgesamt 1,3 Milliarden Euro für militärisch nutzbare Infrastruktur vorgesehen. Einzelmaßnahmen, Zeitplan und Aufteilung der Mittel sind bislang nicht näher benannt.
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