Geflohener Windkraftbetrüger Hendrik Holt in Dubai gefasst
Hendrik Holt ist knapp einen Monat nach seiner Flucht aus dem offenen Vollzug in Dubai festgenommen worden. Nun wird seine Auslieferung vorbereitet.
Der verurteilte Windkraftbetrüger Hendrik Holt ist am Dienstag in Dubai festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Nach dem 36-Jährigen aus Haselünne war international mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden.
Holt war am 25. August nach einem genehmigten Ausgang nicht in eine Berliner Justizvollzugsanstalt zurückgekehrt. Seit Oktober 2024 hatte er sich im offenen Vollzug befunden. Einen Tag nach seinem Verschwinden ging bei dem Gefängnis eine E-Mail ein, laut der er nicht zurückkehren werde.
Auslieferung wird vorbereitet
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hält sich Holt weiterhin in Dubai auf. Im nächsten Schritt sollen die erforderlichen Unterlagen für seine Auslieferung übermittelt werden. Weitere Einzelheiten zur Festnahme und zum möglichen Zeitplan wurden zunächst nicht genannt.
Während der Fahndung war Holts Aufenthaltsort öffentlich unbekannt. Ein von Medien aufgegriffener Instagram-Beitrag deutete zwischenzeitlich auf Moskau hin. Ob der Beitrag echt war, bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht.
Fast neun Jahre Haft
Das Landgericht Osnabrück hatte Holt 2022 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Die Verfahren betrafen unter anderem bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung.
Holt hatte ausländischen Energieunternehmen Windparks angeboten, die tatsächlich nicht existierten. Zudem bestach er Diplomaten, um einen Diplomatenpass zu erhalten und sich damit dem Zugriff deutscher Behörden zu entziehen. Mit einem Mittäter und Angehörigen soll er über die Holt Holding rund zehn Millionen Euro erlangt haben.
Mit der erneuten Fahndung waren die Staatsanwaltschaft Osnabrück und die Direktionsfahndung der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück befasst. Bereits vor Holts erster Festnahme im Jahr 2020 hatten die Behörden nach ihm gesucht.
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