Gedenken an Völkermord in Namibia im Nelson-Mandela-Park
Am 11. August erinnern Bremer Einrichtungen an die Opfer des deutschen Kolonialkriegs in Namibia. Im Mittelpunkt steht auch die Herero-Sammlung des Übersee-Museums.
Am Dienstag, 11. August, findet im Nelson-Mandela-Park das jährliche Bremer Gedenken an die Opfer des Völkermords in Namibia statt. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 17 Uhr am Antikolonialdenkmal an der Gustav-Deetjen-Allee.
Nach Grußworten von Finanzsenator Björn Fecker und Thomas Köcher von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen spricht die Ethnologin Silke Seybold über die Herkunft und mögliche Rückgabe von Objekten aus Namibia.
Sammlung im Mittelpunkt
Seybold, Kuratorin für Afrika am Übersee-Museum Bremen, widmet ihren Vortrag der Herero-Sammlung des Museums. Sie umfasst mehr als 300 Gegenstände. Thema ist die postkoloniale Provenienzforschung, also die Untersuchung der Herkunft von Kulturgütern unter dem Blick auf koloniale Gewalt- und Machtverhältnisse.
Ein Ausgangspunkt ist eine Aussage des Kaufmanns Hälbich aus dem Jahr 1908. Er teilte dem Museum damals mit, alles, was an frühere Zeiten erinnere, sei verloren gegangen. Der Vortrag soll beleuchten, unter welchen Bedingungen die Objekte nach Bremen gelangten und welche Fragen sich heute bei einer möglichen Rückgabe stellen.
Erinnerung an Kolonialverbrechen
Am 11. August 1904 begann mit der Schlacht von Ohamakari am Waterberg die entscheidende Phase des deutschen Vernichtungskriegs in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Bis 1908 wurden Ovaherero, Ovambanderu, Nama, Damara und San verfolgt. Bis zu 90.000 Menschen wurden getötet oder starben durch Gewalt, auf der Flucht und in Zwangsarbeitslagern. Deutschland erkennt die Verbrechen heute als Völkermord an.
Veranstaltet wird das Gedenken unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung, der Senatskanzlei, dem Verein „Der Elefant!“, dem Afrika Netzwerk Bremen und dem Bremer Afrika-Archiv.
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Senatspressestelle BremenKommentare
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