Durchsuchung in Bremer JVA: Ermittlungen gegen 23 Verdächtige
Nach Hinweisen auf eingeschmuggelte Handys, Drogen und weitere verbotene Gegenstände haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Bremer JVA durchsucht.
In der Justizvollzugsanstalt Bremen hat es am Donnerstag eine umfangreiche Durchsuchungsaktion gegeben. Hintergrund sind Ermittlungen wegen mutmaßlich eingeschleuster verbotener Gegenstände. Der Verdacht richtet sich gegen zehn Gefangene, sechs Beschäftigte der Anstalt, eine Mitarbeiterin eines freien Trägers sowie sechs Kontaktpersonen außerhalb des Gefängnisses.
Nach Angaben der Justizbehörde waren bei Inhaftierten zuletzt zunehmend nicht erlaubte Gegenstände entdeckt worden. Genannt wurden Mobiltelefone, hochwertige Lebensmittel, Kosmetika und Betäubungsmittel. Verdeckte Ermittlungen von JVA, Polizei und Staatsanwaltschaft sollen Hinweise auf mögliche Wege in die Anstalt ergeben haben.
Maßnahmen gegen Beschäftigte
Die JVA leitete dienstrechtliche Schritte gegen jene Bediensteten ein, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dazu zählen Hausverbote bis zur Klärung der Vorwürfe und Freistellungen vom Dienst. Die strafrechtlichen Ermittlungen führen Staatsanwaltschaft und Polizei weiter.
Justizsenatorin Claudia Schilling forderte eine vollständige Aufklärung. Sie verwies darauf, dass die Vorwürfe auch die Beschäftigten beträfen, die ihren Dienst ordnungsgemäß ausübten. Korruption untergrabe das Vertrauen in die Justiz, erklärte die Senatorin.
Kontrollen sollen strenger werden
Als Konsequenz kündigten Justizressort und JVA ein Maßnahmenpaket an. Vorgesehen sind verschärfte Kontrollen und der Einsatz eines neuen Drogenscanners. Zudem läuft bereits eine Organisationsuntersuchung der Anstalt. Eine von der Justizsenatorin eingesetzte Expertengruppe soll die Erkenntnisse auswerten und weitere Schutzmaßnahmen prüfen.
Originalquelle
senatspressestelle.bremen.de (recherchiert)Kommentare
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